Letztes Update am Mi, 07.08.2019 11:52

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Filmfestival Locarno: Auftakt mit Hommage an Freddy Buache



In Locarno startet am heutigen Mittwoch das 72. Filmfestival - das erste unter der Leitung der Französin Lili Hinstein. Offiziell eröffnet wird das zehntägige Filmfest am Abend auf der Piazza Grande mit einer Hommage an Freddy Buache. Im Gedenken an den im Mai verstorbenen „Monsieur Cinema“ zeigt das Festival den audiovisuellen Brief „Lettre a Freddy Buache“ von Jean-Luc Godard aus dem Jahre 1982.

Buache war langjähriger Direktor der Cinematheque suisse und Ende der 1960er-Jahre Co-Leiter des Locarno Festivals. Der Internationale Wettbewerb startet dann am Donnerstag, allerdings ohne österreichische Beteiligung. 17 Werke - darunter ein Dokumentarfilm aus Syrien - konkurrieren um den Goldenen Leoparden, der am 17. August verliehen wird.

Herzstück von Locarno und Publikumsmagnet bleibt das allnächtliche Freiluftkino auf der Piazza Grande. Erster Programmhöhepunkt ist am Samstag Quentin Tarantinos „Once Upon a Time.... in Hollywood“, der nach seiner Premiere in Cannes und seiner Projektion in Locarno am 15. August in die österreichischen Kinos kommt. Neu ist der Titel für die Reihe der zweiten Filme des Piazza-Abends: „Crazy Midnight“. Lili Hinstein will damit vor allem ein junges Publikum ansprechen.

Das österreichische Filmschaffen hingegen ist heuer eher dürftig in der Schweiz vertreten. So zeigen zwei Koproduktionen in Nebenreihen auf: Das österreichisch-deutsche Regiedoppel Elsa Kremser und Levin Peter wird mit dem Dokumentarfilm „Space Dogs“ vertreten sein, der am Freitag Weltpremiere feiert und das Leben von Moskauer Straßenhunden mit jenen Artgenossen aus dem sowjetischen Raumfahrtprogramm verschneidet. Lukas Marxt indes ist mit „Ralfs Farben“ präsent, dem experimentellen Porträt eines schizophrenen Mannes auf Lanzarote. Und einen gewissen rot-weiß-roten Anstrich hat die minoritär österreichische Koproduktion „7500“: Für seinen Debütfilm um eine Flugzeugentführung konnte der deutsche Regisseur Patrick Vollrath, der für seinen Abschlussfilm „Alles wird gut“ an der Filmakademie Wien oscarnominiert war, Hollywoodstar Joseph-Gordon Levitt gewinnen.

Starglanz bringt auch US-Schauspielerin Hilary Swank nach Locarno, erhält die 44-Jährige doch am Freitag den „Leopard Club Award“. Und die im Februar verstorbene Schweizer Schauspiellegende Bruno Ganz wird mit einem Screening von Theo Angelopoulos‘ „Die Ewigkeit und ein Tag“ (1998) geehrt.

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