Letztes Update am Mi, 07.08.2019 13:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schillernde Kostüme für „Orphee aux enfers“ in Salzburg



Zwei tanzende Teufel mit rotfunkelnden Schweifen und Hörnern haben am Mittwoch im „Kristall-Atelier“ einen feurigen Vorgeschmack auf Offenbachs Oper „Orphee aux enfers“ („Orpheus in der Unterwelt“) bei den Salzburger Festspielen gegeben, die am 14. August im Haus für Mozart Premiere hat. 1,2 Millionen Swarovski-Kristalle auf den Kostümen sorgen für magische, farbenreiche Effekte in der Unterwelt.

Dass Jacques Offenbach die Oper als Unterhaltungsstück geschrieben hat, wie Regisseur Barrie Kosky bereits am Montag erläuterte, diese Verbindung zwischen Spaß und Tod spiegelt sich in den 67 glitzernden Kostümen wider. Die 20 grün-roten Skelettdressen, in die Statisten schlüpfen, sind für jeden einzelnen maßgeschneidert. Rund 400.000 rote Sirius-Kristalle bringen die 450 applizierten Knochen zum Glitzern. Auch Jupiter strahlt, wenn er in einer Fliege verkleidet Eurydice bezirzt und ihr schöne Augen macht.

Der Arbeitsaufwand war enorm. In rund 12.000 Stunden haben 70 Mitarbeiter die Kostüme für diese Produktion hergestellt, erklärte Jan Meier, Kostümdirektor der Salzburger Festspiele, am Mittwoch in der Salzburgkulisse. Spezielle Anfertigungen wie die auf Filz und Samt applizierten Hot-Fix-Kristalle für die Darstellung von Skelettknochen wurden von Swarovski in Wattens in Tirol umgesetzt.

Die in Berlin lebende Kostümbildnerin Victoria Behr schöpfte die Ideen für die extravaganten Designs aus dem Entwurf des Bühnenbildes und aus Gesprächen mit Jan Meier. Einfließen in ihre Kreation ließ sie die zwei verschiedenen Welten der Oper: „Die spießige, hochgeschlossene Welt des Olymp und die Unterwelt, die von Pluton regiert wird“, schilderte Behr im APA-Gespräch. „Da fallen die Hüllen, es kommt wieder Farbe auf die Bühne.“ Für sie ist es die erste große Opernproduktion bei den Salzburger Festspielen.

Es sei der Wunsch des Regisseurs gewesen, die Unterwelt zu bevölkern, sagte Behr. Und hier kommen die Teufel und die Skelette ins Spiel. Anstatt einfach Knochen auf das Trikot zu malen, sollten sie auf grünem Samt rot glänzen. Auch die insgesamt zwölf Teufel im Flammenkostüm bringen Leben auf die Bühne. „Ich war gestern in der Probe. Es ist wahnsinnig lustig“, sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Regisseur Kosky verwies auf den 200. Geburtstag von Offenbach (1819-1880): „Ich bin mir sicher, er lächelt im Grab und sagt ‚danke schön‘ für dieses Geburtstagsgeschenk.“

Mit rund zwei Millionen, vorwiegend Flatbacks- und Hotfix-Kristallen, wurden Kostüme von sieben Produktionen bei den diesjährigen Salzburger Festspielen ausgestattet, erklärte Birgit Berthold-Kremser von Swarovski. Operndiva Anna Netrebko trug in ihrer Rolle als „Adriana Lecouvreur“ drei verschiedene, mit Kristallen besetzten Kleider, die von Kostümdirektor Meier designt wurden. Auch ihre „Gegenspielerin“ Anita Rachvelishvili erhielt eine Robe mit unzähligen Kristallen.

Die Zusammenarbeit der Salzburger Festspiele mit Swarovski geht 2020 bereits ins achte Jahr. Zum 100-Jahr-Jubiläum der Salzburger Festspiele und 125-jährigen Firmenjubiläum von Swarovski werde man sich etwas Besonders einfallen lassen, kündigten die Festspielpräsidentin und Berthold-Kremser an.




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