Letztes Update am Mi, 07.08.2019 13:49

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


China verbietet Teilnahme an „Golden Horse Awards“ in Taiwan



Chinas Film-Regulationsbehörde hat am Mittwoch angekündigt, chinesischen Filmen und Filmstars die Teilnahme an den „Golden Horse Awards“ in Taiwan zu verbieten. Die Filmpreise gelten als „Oscars“ der chinesischsprachigen Welt. Gründe wurden nicht angegeben, Hintergrund dürften die wachsenden Spannungen zwischen Peking und der autonomen Insel Taiwan sein.

Das von der China Film Administration herausgegebene Magazin „China Film News“ veröffentlichte das Verbot auf seinem offiziellen WeChat Account. Sowohl chinesische Filme als auch ihr „Personal“ dürften 2019 nicht an den Filmpreisen teilnehmen. Im Vorjahr war die Verleihung zu einem politisierten Ereignis mit dem Thema der Unabhängigkeit Taiwans geworden und hatte für Kontroversen auch innerhalb der Filmszene gesorgt. Das Filmfestival reagierte auf das Verbot zunächst verhalten - man würde es bedauern, „wenn es stimmt“, die Verleihung und alle dazugehörigen Events würden aber planmäßig stattfinden.

Die Spannungen zwischen Peking und dem autonom regierten Taiwan haben in letzter Zeit zugenommen, in der Vorwoche kündigte China an, keine individuellen Reiseerlaubnisse nach Taiwan mehr auszustellen, außerdem betrieb Peking zuletzt verstärkt die internationale Isolierung der Insel, die China offiziell als abtrünnige Provinz betrachtet. Taipeh befürchtet, dass die chinesische Regierung auf die demokratischen Wahlen in Taiwan zu Jahresende Einfluss nehmen will.




Kommentieren