Letztes Update am Mi, 07.08.2019 14:16

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ehemaliger Fußballprofi beim Cannabis-Kauf erwischt



Um ein Drogen-Geschäft, in das ein ehemaliger Fußball-Profi verwickelt war, ist es am Mittwoch in einer Verhandlung am Wiener Landesgericht gegangen. Der 21-Jährige soll am 12. Juli 2019 einem 17-Jährigen an der U-Bahn-Station Josefstädter Straße Cannabis abgekauft haben. Polizisten in Zivil beobachteten den Deal, als sie einschritten, gab der Ex-Sportler Fersengeld.

Obwohl es mit seine Karriere zuletzt deutlich bergab gegangen ist - möglicherweise aufgrund des Konsums gewisser Substanzen -, wäre dem 21-Jährigen beinahe die Flucht gelungen. Der offensichtlich nach wie vor sprintstarke junge Mann lief über mehrere Kreuzungen, ließ sich von einem Warnschuss, den ein Beamter abgab, nicht beirren und konnte erst nach einigen 100 Metern gestoppt werden. Für den Versuch, sich der Amtshandlung zu entziehen, steht ihm demnächst ein Prozess wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt ins Haus.

In der heutigen Verhandlung hatte der junge Mann als Zeuge auszusagen. Er behauptete zunächst, er habe den Angeklagten noch nie gesehen. Auf Vorhalt von Richterin Alexandra Skrdla, der Angeklagte und drei Polizisten würden das Gegenteil behaupten, sagte der Ex-Kicker, er habe den 17-Jährigen „vielleicht in Wien“ getroffen. Nachdem er zugegeben hatte, dass dies an einer U-Bahn-Station geschehen war, beteuerte er, er habe dem Burschen „ein Feuerzeug zum Tschick-Anzünden“ und nicht - wie die drei Polizisten zuvor übereinstimmend ausgesagt hatten - einen Zehn-Euro-Schein übergeben. Auf deren Angaben angesprochen, versuchte der 21-Jährige der Richterin weiszumachen, das Geld sei „vermutlich ein Geschenk von mir“ gewesen.

Schon gegenüber der Polizei hatte der Ex-Sportler eine gewisse Originalität bewiesen. Als er gefragt wurde, warum er in seinem Rucksack eine Grammwaage mit sich herumschleppe, an der sich Spuren von Cannabis fanden, erwiderte der 21-Jährige, er benötige diese zum Abwiegen von Pizzagewürzen. Der heutige Zeugenauftritt dürfte dem früheren Fußballer ein weiteres Verfahren wegen falscher Zeugenaussage einbringen.

Auch der Angeklagte machte es der Richterin nicht leicht. Der 17-Jährige - ungeachtet seiner Jugend bereits vier Mal vorbestraft, zwei Mal wegen Raubes, zwei Mal nach dem Suchtmittelgesetz - behauptete, er habe dem 21-Jährigen keine Drogen, sondern zusammengepresste Klopapier-Streifen verkauft, um an dessen Geld zu kommen. Da ein weiterer Abnehmer des Jugendlichen seiner Zeugenladung nicht nachkam, musste die Verhandlung vertagt werden.




Kommentieren