Letztes Update am Mi, 07.08.2019 16:17

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeit an Bericht des Weltklimarates abgeschlossen



Experten aus 195 Staaten haben am Mittwoch in Genf den bisher umfassendsten Bericht zum Zusammenhang der Landnutzung durch den Menschen und dem Klimawandel finalisiert. Wie man aus Verhandlerkreisen erfuhr, schlossen die Delegationen ihre Beratungen über den Bericht des Weltklimarats IPCC über die Herausforderungen durch eine wachsende Erdbevölkerung und die Erderwärmung ab.

Der mehr als tausend Seiten starke Bericht sowie dessen Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger sollten am Donnerstagvormittag vorgestellt werden. Für den IPCC-Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme, wie sein offizieller Titel lautet, hatten 108 Wissenschafter aus aller Welt zahlreiche Forschungsergebnisse zusammengetragen. Er zeigt auch Lösungsansätze und mögliche Ausgleichsmaßnahmen auf.

Vertreter der 195 IPCC-Mitgliedstaaten waren den Bericht seit Freitag vergangener Woche Zeile für Zeile durchgegangen, um die Endfassung zu verabschieden. Ein zentraler Punkt bei den Verhandlungen war die Bewertung von Bioenergie, also aus der Verbrennung von pflanzlichem Material gewonnene Energie.

Um das im Pariser Klimaabkommen von 2015 beschlossene Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken, mithilfe von Bioenergie umzusetzen, wären riesige Landflächen nötig. Angesichts der Tatsache, dass die Zahl der Menschen bis Mitte dieses Jahrhunderts auf zehn Milliarden anwachsen dürfte, wird befürchtet, dass es einfach nicht genug Land gibt, um alle Menschen satt zu machen und zugleich den Klimawandel wirksam zu bekämpfen.

Aus Verhandlungskreisen in Genf verlautete, dass besonders waldreiche Länder wie Kanada, Brasilien, Schweden und Norwegen auf eine größere Rolle der Bioenergie in der Klimapolitik gedrungen hätten. Länder, die bereits verstärkt unter Dürren und der Verwandlung von Gebieten in Wüsten leiden, wiesen dieses Ansinnen den Angaben zufolge zurück.




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