Letztes Update am Mi, 07.08.2019 17:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olga Flor erhält Grazer Franz-Nabl-Preis



Die österreichische Schriftstellerin Olga Flor erhält den mit 14.500 Euro dotierten Franz-Nabl-Preis der Stadt Graz. Dieser wird seit 1975 alle zwei Jahre vergeben und ist der höchstdotierte Grazer Literaturpreis. Der Camera-Austria-Preis für zeitgenössische Fotografie geht an Lebohang Kganye. Zeyn Joukhadar ist neuer Grazer Stadtschreiber und folgt auf Kinga Toth, wie das Kulturamt bekannt gab.

Olga Flor (geb. 1968 in Wien), die bereits zweimal auch beim Bachmann-Preis in Klagenfurt (2003 und 2014) angetreten ist, hat seit 2002 sechs Romane vorgelegt: „Erlkönig“, „Talschluss“, „Kollateralschaden“, „Die Königin ist tot“ und zuletzt „Ich in Gelb“ (2015). „Präzise wie die Titel dieser Bücher ist der Stil der Autorin: Ein analytisches Schreiben, das zwischen sich selbst und die Probleme, in die hinein es die Figuren stellt, stets eine mittlere Distanz setzt“, urteilte die u.a. mit Dzevad Karahasan - dem Franz-Nabl-Preisträger des Jahres 2017, der auch Stadtschreiber war - besetzte Jury.

„Familienbande, Paarbeziehungen, neue soziale Medien, ökonomische Ungleichheiten, autoritäre Tendenzen in Gesellschaft und Politik sowie vieles andere von dem, was heute unser gesellschaftliches Umfeld ausmacht, wird bei Olga Flor lesbar gemacht“, begründete die Jury ihre Entscheidung weiter. Sie „scheut in ihrem Schreiben kein Risiko“ und lasse es auch außerhalb der von ihr entworfenen fiktionalen Welten „niemals an Deutlichkeit fehlen“. Zu den bisherigen Preisträgern des Franz-Nabl-Preise zählen u.a. Josef Winkler, Norbert Gstrein, Herta Müller oder Barbara Frischmuth. Die Verleihung findet im Herbst statt.

Der mit 15.000 Euro dotierte Camera-Austria-Preis der Stadt Graz für zeitgenössische Fotografie geht an die 29-jährige Südafrikanerin Lebohang Kganye. Die in Johannesburg lebende Künstlerin schloss 2016 ihr Studium der Bildenden Künste an der Universität Johannesburg ab. Ihre Arbeiten befinden sich bereits in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter jene des Carnegie Museum of Pennsylvania und die Ulmer Walther Collection, hieß es vonseiten des Kulturamtes.

Kganyes Fotografie öffne einen Blick auf ihre persönliche Familiengeschichte und dabei indirekt auch auf den weiteren Kontext der Geschichte Südafrikas vor und während der Apartheid, urteilte die Jury.“ Wir sehen ihre Arbeit als gleichermaßen mutig, ernsthaft und spielerisch wie auch als ästhetisch innovativ und politisch relevant“, hielten die Juroren fest. Der Camera-Austria-Preis wird seit 1989 alle zwei Jahre verliehen. Die Meinungsbildung erfolgt aufgrund der in der Zeitschrift Camera Austria veröffentlichten Beiträge.

Der syro-amerikanische Schriftsteller Zeyn Joukhadar wird ab dem 1. September bis zum 31. August 2020 die Position des Grazer Stadtschreibers einnehmen. Der Autor wurde als Kind einer christlichen Mutter und eines muslimischen Vaters in New York geboren und „schreibt, um Grenzen zu überwinden“. Joukhadars Anwesenheit als Stadtschreiber in Graz verspreche „eine spannende Auseinandersetzung mit Themen und Menschen, die nicht immer im literarischen Rampenlicht stehen, wie es vonseiten des Kulturamtes Graz hieß.

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