Letztes Update am Mi, 07.08.2019 22:11

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


72. Filmfestival in Locarno eröffnet



Zur Eröffnungsgala des 72. Internationalen Filmfestivals im Schweizer Locarno ist am Mittwochabend auf der Piazza Grande des Ortes der italienische Spielfilm „Magari“ („Vielleicht“) uraufgeführt worden. Mit viel Temperament und Gefühl malt die Regisseurin Ginevra Elkann in ihrem Spielfilm-Erstling ein tragikomisches Familienporträt.

Herzstück von Locarno und Publikumsmagnet bleibt das allnächtliche Freiluftkino auf der Piazza Grande. Erster Programmhöhepunkt ist am Samstag Quentin Tarantinos „Once Upon a Time.... in Hollywood“, der nach seiner Premiere in Cannes und seiner Projektion in Locarno am 15. August in die österreichischen Kinos kommt. Neu ist der Titel für die Reihe der zweiten Filme des Piazza-Abends: „Crazy Midnight“. Lili Hinstein will damit vor allem ein junges Publikum ansprechen.

Bis 17. August werden insgesamt 200 Filme gezeigt. Die neue Festival-Leiterin Hinstein betonte im Vorfeld, dass die Auswahl auf hohe Qualität setzt, auf eine kluge Balance von Publikumswirksamkeit und gesellschaftspolitischem Anspruch. Aber es wird auch Glamour versprochen. Dafür sollen Stars wie Hilary Swank, die einen Ehrenpreis bekommt, und Joseph Gordon-Levitt aus Hollywood sorgen. Er hat sich vorgenommen, den Spielfilm „7500“, in dem er die Hauptrolle spielt, am Wochenende persönlich am Lago Maggiore zu präsentieren.

Regisseur des Streifens über eine Flugzeugentführung ist der Deutsche Patrick Vollrath, der für seinen Abschlussfilm „Alles wird gut“ an der Filmakademie Wien oscarnominiert war.

Das österreichische Filmschaffen ist heuer eher dürftig in der Schweiz vertreten. So zeigen zwei Koproduktionen in Nebenreihen auf: Das österreichisch-deutsche Regiedoppel Elsa Kremser und Levin Peter wird mit dem Dokumentarfilm „Space Dogs“ vertreten sein, der am Freitag Weltpremiere feiert und das Leben von Moskauer Straßenhunden mit jenen Artgenossen aus dem sowjetischen Raumfahrtprogramm verschneidet. Lukas Marxt indes ist mit „Ralfs Farben“ präsent, dem experimentellen Porträt eines schizophrenen Mannes auf Lanzarote.




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