Letztes Update am Do, 08.08.2019 13:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA verlangen von Handelsschiffen Pläne für Golf-Passage



Die US-Regierung fordert von Handelsschiffen unter US-Flagge im Voraus Informationen über ihre geplanten Passagen durch den Persischen Golf. Die erhöhte militärische Aktivität und die gestiegenen politischen Spannungen in der Region stellten weiterhin eine ernsthafte Bedrohung für Handelsschiffe dar, erklärte die für Schifffahrt zuständige Bundesbehörde Marad im Verkehrsministerium am Mittwoch.

Handelsschiffe sollten daher im Voraus die amerikanische und die britische Schifffahrtsbehörde informieren. Außerdem sollten sie die 5. US-Flotte, die im Golf-Staat Bahrain stationiert ist, und die britischen Behörden über verdächtige Aktivitäten und Vorfälle in Kenntnis setzen.

Die Regierung in Washington macht den Iran für mehrere Angriffe auf Handelsschiffe im Golf verantwortlich, der Iran weist die Vorwürfe zurück. Die iranischen Revolutionsgarden haben in der Nähe der Straße von Hormuz, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet, zwei Tanker festgesetzt. Eines der Schiffe soll Öl geschmuggelt haben, das andere soll in einen Vorfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen sein. Allerdings hatte die Führung in Teheran auch mehrfach mit Vergeltung für die Festsetzung eines iranischen Tankers durch die britische Marine gedroht. Diese hatte Anfang Juli die „Grace 1“ vor Gibraltar aufgebracht. Der Konflikt zwischen dem Iran und den USA hat die Sicherheitslage auf der wichtigen Handelsroute durch die Straße von Hormuz dramatisch verschlechtert.

Die USA wollen eine Allianz zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Persischen Golf schmieden und werden darin von Großbritannien unterstützt. Der Iran dagegen beansprucht für sich selbst und andere Länder in der Region die Verantwortung für die Sicherheit im Persischen Golf und insbesondere in der Straße von Hormuz, durch die allein ein Fünftel der weltweiten Öltransporte geht. Die Koalition, die die USA bilden wollten, werde für mehr Instabilität und Unsicherheit sorgen, sagte der iranische Verteidigungsminister Amir Hatami der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge in einer Telefonkonferenz mit seinen Kollegen aus Katar, Oman und Kuwait. Für die Sicherheit des Persischen Golfs seien nur der Iran und die Golfstaaten zuständig. Teheran würde nach Angaben des Ministers eine Zusammenarbeit mit allen Golfstaaten dazu begrüßen.

Der Iran hat die Golfstaaten mittlerweile vor der von den USA geplanten Schutzmission am Persischen Golf und besonders vor einer eventuellen israelischen Beteiligung daran gewarnt. „Eine US-Koalition für die maritimen Sicherheit des Persischen Golfs würde nur zu mehr Unsicherheit führen“, sagte Verteidigungsminister Amir Hatami am Donnerstag. Besonders die angebliche Beteiligung israelischer Truppen an dieser Schutzmission würde zu „katastrophalen Folgen“ führen, so Hatami.

Außenamtssprecher Abbas Mussawi warnte besonders das Königreich Bahrain, das nicht nur eine Konferenz zu maritimer Sicherheit am Persischen Golf veranstalten will, sondern auch als eventueller US-Stützpunkt vorgesehen ist. „Diese geplante Konferenz ist höchst verdächtig und äußerst provokativ und wird nur zu mehr Spannungen führen.“ Bahrain sollte nach seinen Worten sehr vorsichtig sein, um nicht zum „Wegbereiter“ für die Präsenz ausländischer Truppen am Golf zu werden. Denn das könnte auch den Weg für eine Einmischung „des zionistischen Regimes“ - gemeint ist Israel - in der Region ebnen, sagte Mussawi.




Kommentieren