Letztes Update am Do, 08.08.2019 15:07

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erdbeben in der Südwest-Türkei - keine Toten



Ein Erdbeben der Stärke 6 hat am Donnerstag den Südwesten der Türkei erschüttert. Medien meldeten, die Erdstöße seien bis in den rund 185 Kilometer entfernten Badeort Antalya zu spüren gewesen. In der Bezirkshauptstadt habe es keine Todesopfer gegeben, sagte Bürgermeisterin Birsen Celik dem Sender NTV. Auch der Chef der Katastrophenschutzbehörde AFAD gab Entwarnung - Tote habe es nicht gegeben.

Das Zentrum des Bebens lag laut AFAD im Bezirk Bozkurt in der Provinz Denizli. In die entlegeneren Dörfer seien Teams entsandt worden, um die Schäden festzustellen, sagte Bürgermeisterin Celik. In einem Viertel von Bozkurt-Stadt waren demnach zwischen 80 und 100 der 192 Häuser beschädigt worden.

Der Sender CNN Türk berichtete, Menschen seien in Panik auf die Straße gelaufen. Im Fernsehen liefen offenbar von Handykameras aufgenommene Amateurvideos von Menschen, die sich besorgt an Straßenecken versammelten oder von schwankenden Deckenlampen und Stromkabeln.

Die Türkei gilt als besonders erdbebengefährdet. Die Provinz Denizli war in den vergangenen Monaten schon mehrfach betroffen. Als besonders gefährdet gilt die Millionenmetropole Istanbul. Forscher vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel hatten Mitte Juli im Fachblatt „Nature Communications“ eine Studie veröffentlicht, in der stand, dass sich unter dem Marmarameer nahe Istanbul eine erhebliche tektonische Spannung mit großem Erdbebenpotenzial entwickelt habe. Das würde reichen, um ein Beben der Stärke 7,1 bis 7,4 auszulösen.

Unter dem Marmarameer liegt ein Abschnitt der sogenannten Nordanatolischen Störung, die die Grenze zwischen der eurasischen und der anatolische Erdplatte markiert. Bei dem schlimmsten Beben in der jüngeren Vergangenheit waren in Istanbul vor fast 20 Jahren, im Jahr 1999, mehr als 17.000 Menschen ums Leben gekommen.




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