Letztes Update am Do, 08.08.2019 22:52

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thiem nach Sieg über Cilic im Montreal-Viertelfinale



Österreichs Tennis-Star Dominic Thiem steht erstmals im Viertelfinale des mit 5,7 Mio. US-Dollar dotierten ATP-Masters-1000-Turniers in Montreal. Der 25-jährige Niederösterreicher besiegte am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) den Kroaten Marin Cilic 7:6(7),6:4. Nächster Gegner des Weltranglistenvierten ist nun am Freitag der als Nummer acht gesetzte Russe Daniil Medwedew.

Für Thiem war es das erwartet enge Spiel gegen den exzellent aufschlagenden Weltranglisten-16., im „Head to Head“ führt er nun 2:0. Cilic vergab insgesamt neun Breakbälle (vier bei 3:3 im ersten sowie drei bei 1:0 und zwei bei 4:5 im zweiten Satz), während Thiem erst im zweiten Durchgang zu Chancen kam und dem US-Open-Gewinner von 2014 den Aufschlag zum 2:1 abnahm. Es war das einzige Break im gesamten Match.

Der Österreicher begeisterte in der ersten Partie des Tages auf dem bereits gut besuchten, knapp 12.000 Zuschauer fassenden Center Court vermehrt mit tollen Backhand-Winnern, die teilweise über 140 km/h schnell waren. Dazu schloss Thiem auch die meisten seiner Netzangriffe erfolgreich ab und verwertete nach 1:53 Stunden seinen vierten Matchball. Im ersten Interview auf dem Platz sprach der French-Open-Finalist von einem harten Stück Arbeit, wie auch ein Blick auf die Gesamtpunkte - 77:72 für Thiem - bewies.

„Es war ein hartes Match gegen Marin“, betonte Thiem. „Ich habe viel Slice gespielt, das hat gut funktioniert.“ Der Schlüssel zum Sieg war aber, dass er bei den Breakbällen des Gegners groß aufspielte - mehrmals sogar mit „Serve and Volley. Das ist normalerweise nicht meine bevorzugte Taktik. Ich bin sehr glücklich, dass ich alle neun Breakbälle abgewehrt habe. Das war der Schlüssel zum Sieg.“

Thiem sprach von einem „guten und engen Match“, in den knappen und entscheidenden Situationen sei er ein bisschen glücklicher gewesen. „Neun Breakbälle wehrt man nicht ab, wenn nicht auch ein bisschen Glück dabei ist.“ Im zweiten Satz habe er sehr gut serviert und seine Aufschlag-Games bis auf einmal „extrem leicht durchgebracht“. Den Schwung vom Kitzbühel-Sieg hat er nach Übersee mitgenommen. „Zur Zeit reite ich auf jeden Fall die Welle. Solche Resultate und solche Siege, wenn ich so viele Breakbälle abwehre, das kann nur kommen, wenn ich viel Selbstvertrauen habe. Ich versuche, das so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.“

In der nächsten Runde wartet nun der Weltranglisten-Neunte Medwedew auf die Nummer zwei des Turniers. Der 23-Jährige besiegte im Parallelmatch auf dem zweitgrößten Court den Chilenen Cristian Garin in nicht einmal 70 Minuten 6:3,6:3. Wie Cilic ist auch der Russe 1,98 Meter groß. Im direkten Vergleich liegt Thiem aber klar mit 3:0 voran.

„Daniil hat bisher eine großartige Saison, er ist erstmals Top Ten“, warnte der Kitzbühel-Sieger jedoch. Thiems jüngster Sieg über Medwedew datiert vom 28. April dieses Jahres, als er sich im Barcelona-Finale auf Sand 6:4,6:0 durchsetzte. Im Vorjahr feierte er auf Hartplatz in St. Petersburg einen knappen 6:2,3:6,7:6(2)-Viertelfinalerfolg. „Das war ein großartiges Match, ich werde diesmal wohl mit einer ähnlichen Taktik reingehen“, blickte Thiem bereits auf das Duell mit Medwedew am Freitag.




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