Letztes Update am Fr, 09.08.2019 11:18

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Millionen Muslime beginnen Pilgerfahrt Hadsch



Mehr als 2,5 Millionen Gläubige haben in der saudi-arabischen Stadt Mekka mit der muslimischen Wallfahrt Hadsch begonnen. Sie folgen ab Freitag genau festgelegten Pilger-Ritualen. Nach Angaben des Königreichs sind dafür mehr als 1,8 Millionen Muslime angereist. Wegen der riesigen Menschenmenge gibt es strenge Sicherheitsvorkehrungen, damit die Wallfahrt ohne Zwischenfälle verlaufen kann.

Zum Beginn umrundeten die Pilger sieben Mal das würfelförmige Gebäude der Kaaba im Hof der Großen Moschee von Mekka. Danach begaben sie sich in das nahe gelegene Mina-Tal, wo sie in einer riesigen Zeltstadt die erste Nacht verbringen werden. Um die Strecke zu vereinfachen, stehen Busse bereit. Die Wallfahrt ist für die Gläubigen mit großen Anstrengungen verbunden, schon allein weil die Temperatur in diesen Tagen bis auf fast 40 Grad steigt.

Die Pilgerreise soll in Zeiten zunehmender Zerstrittenheit der islamischen Welt als symbolische Demonstration für die Einheit der Muslime stehen. Sie gehört zu den fünf Grundpflichten des Islams. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben in die für Muslime heilige Stadt Mekka pilgern. Zum Auftakt der Wallfahrt treten die Gläubigen in einen Weihezustand. Dafür tragen Männer etwa nahtlose weiße Gewänder. Die einheitliche Kleidung soll die Gleichheit aller Muslime vor Gott symbolisieren.

Trotz des Konflikts zwischen Riad und Teheran werden auch heuer wieder rund 90.000 Pilger aus dem Iran in Saudi-Arabien erwartet. Die Teilnahme an der Hadsch ist streng ritualisiert und umfasst etwa sieben Umrundungen der würfelartigen Kaaba, das den angeblich aus dem Paradies stammenden Schwarzen Stein beherbergt, die Begehung der heiligen Hügel Safa und Marwa sowie eine symbolische Teufelssteinigung. 2015 kamen bei einer Massenpanik während des Hadsch in Mekka rund 2.300 Menschen ums Leben.




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