Letztes Update am Fr, 09.08.2019 15:09

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Drei Jahre Haft für Vater wegen sexuellen Missbrauchs



Zu drei Jahren Haft ist ein 58-Jähriger am Freitag im Wiener Landesgericht wegen schweren sexuellen Missbrauchs Unmündiger verurteilt worden. Er hat die eigene Tochter mehrfach sexuell missbraucht. Den nicht rechtskräftigen Schuldspruch fällte ein Schöffensenat unter dem Vorsitz von Christoph Bauer. Der Mann hatte im April Selbstanzeige bezüglich zweier Fakten erstattet.

Die beiden Übergriffe verübte der Mann im Herbst 2018 bzw. im Februar 2019. Hingegen wies er weitere Vorwürfe seiner heute zehnjährigen Tochter zurück, wonach es bereits seit 2017 mehrere Missbrauchshandlungen gab. Die Anklage wurde ausgedehnt, der Schuldspruch erfolgte auch in manchen dieser inkriminierten Vorfälle. Von anderen Fakten wurde er hingegen freigesprochen. Der 58-Jährige nahm das Urteil an, die Staatsanwaltschaft gab hingegen keine Erklärung ab. Daher ist der Richterspruch nicht rechtskräftig.

Der Geschiedene, der zuletzt bei seiner Mutter in Floridsdorf lebte, hatte seine nunmehr zehnjährige Tochter alle zwei Wochen von Freitag bis Sonntagabend bei sich zu Gast. An sich sei das Zusammenleben überaus harmonisch verlaufen - „sie mochte mich, ich mag sie“, schilderte der Beschuldigte, früher Systemanalytiker und Account Manager, bevor er arbeitslos wurde. Von der Mutter des Mädchens hatte sich der Mann bereits kurz nach der Geburt getrennt, lebte aber noch drei Jahre mit ihr und ihrer damaligen Lebensgefährtin unter einem Dach.

Beide von ihm zugegebenen Vorfälle waren laut Anklage dem Beischlaf gleichzusetzende Handlungen. Der Angeklagte stellte es als aus dem Ruder gelaufene Erziehungsmaßnahmen dar. Warum er das getan habe, wollte Bauer wissen: „Weil ich deppert bin“, antwortete der 58-Jährige. Es habe etwas mit der mangelnden Impulskontrolle zu tun, wegen der er in therapeutischer Behandlung sei. „Sind Sie pädophil?“, fragte der Vorsitzende. „Nein, garantiert nicht“, antwortete der Beschuldigte brüsk.

Seit April dieses Jahres sieht er seine Tochter nicht mehr. Die Lebensgefährtin der Kindesmutter hatte ihm nämlich eine Whatsapp-Nachricht geschickt, in der sie ihn ein „perverses Schwein“ nannte und ihn vor die Wahl stellte: Er solle sich selbst anzeigen, oder die beiden Frauen würden es tun. Nach einer gewissen Bedenkzeit entschied er sich für die Selbstanzeige.

Das Mädchen erhob in weiterer Folge neue Vorwürfe: Schon vor den beiden inkriminierten Taten sei es wiederholt zu massiven sexuellen Übergriffen gegen sie gekommen. Der 58-Jährige wies dies knapp zurück. „Das stimmt nicht“, sagte er. Er wisse nicht, warum sie das sagt.




Kommentieren