Letztes Update am Sa, 10.08.2019 23:01

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schussangriff in Moschee in Norwegen



Bei einer Schießerei in einer Moschee in Norwegen ist ein Mann verletzt worden. Der Vorfall habe sich nahe der Hauptstadt Oslo ereignet, teilte die Polizei am Samstag mit. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden. Er wurde als weißer, junger Mann beschrieben. Er habe vermutlich allein agiert. Ein Leichenfund bei Oslo einige Stunden später soll im Zusammenhang mit dem Angriff stehen.

Drei Gläubige hätten sich nach dem Gebet noch in der Al-Noor-Moschee in Baerum nahe Oslo aufgehalten, als der mit zwei Schrotflinten und einer Pistole bewaffnete Mann in das Gebäude eindrang, berichtete Moschee-Vertreter Ifran Mushtaq dem Sender TV2.

Zwei der Männer seien sofort in Deckung gesprungen, doch ein rund 70 Jahre alter Mann habe den Angreifer überwältigt. Dabei seien Schüsse gefallen.

Sowohl der Bewaffnete als auch einer der Moschee-Besucher seien bei dem Gerangel leicht verletzt worden. Der Angreifer sei schließlich durch einen Schlag auf den Hinterkopf außer Gefecht gesetzt worden. Die Polizei habe den jungen Mann, der eine Schutzweste getragen habe, schließlich festgenommen.

Der Tatverdächtige sei ein gebürtiger Norweger, der in der Nähe lebe, sagte Polizeisprecher Rune Skjold. Weitere Details oder Hintergründe zum Geschehen wurden nicht veröffentlicht. Weitere Angreifer seien an dem Vorfall vermutlich nicht beteiligt gewesen, hieß es weiter. Auch zu dem Motiv des Tatverdächtigen gab es keine Angaben. Die Online-Aktivitäten des Mannes würden noch überprüft, sagte Skjold.

Wenige Stunden nach dem Angriff auf die Moschee hat die Polizei in einem Haus nahe Oslo eine Leiche entdeckt. Der Leichenfund stehe im Zusammenhang mit dem Angriff auf die Al-Noor-Moschee in Baerum, erklärte ein Polizeisprecher am Samstag.

Regierungschefin Erna Solberg verurteilte den Zwischenfall in der Moschee. „Der Besuch von Moschee, Kirche oder anderen Gotteshäusern sollte sicher sein“, schrieb sie in einer am Abend veröffentlichten Erklärung. Auch sie wollte sich nicht zu dem Tatmotiv äußern.

Nach örtlichen Medienberichten wurde das Gebiet um die Moschee weiträumig abgeriegelt. Zudem sei ein größeres Polizeiaufgebot um den vermuteten Wohnsitz des Festgenommenen beobachtet worden, hieß es.

Nach dem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland, bei dem ein Rechtsextremist im März 51 Menschen erschossen und weitere 50 verletzt hatte, waren in der Al-Noor-Moschee in Baerum nach örtlichen Medienberichten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt worden.




Kommentieren