Letztes Update am So, 11.08.2019 16:41

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stichwahl um Präsidentenamt in Guatemala eröffnet



In Guatemala hat am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. 8,1 Millionen Stimmberechtigte sind aufgerufen, den Nachfolger des scheidenden Präsidenten Jimmy Morales zu wählen. Der konservative Kandidat Alejandro Giammattei ging Umfragen zufolge als Favorit ins Rennen gegen die Sozialdemokratin und Ex-Präsidentengattin Sandra Torres.

Im Wahlkampf hatte ein Asylabkommen mit den USA eine große Rolle gespielt, das kürzlich von US-Präsident Donald Trump durchgesetzt wurde. Obwohl das Abkommen Ende Juli vom guatemaltekischen Innenminister Enrique Degenhart bei einem Besuch im Weißen Haus in Washington unterzeichnet wurde, sind die genauen rechtlichen Folgen noch nicht geklärt. Die US-Regierung will Guatemala in Zukunft als „sicheren Drittstaat“ behandeln und damit die Möglichkeit erhalten, auch Flüchtlinge aus anderen Ländern, die über Mexiko einreisen, in das von Armut und Gewalt geprägte Land zurückzuschicken.

Der Sieger der Stichwahl tritt im kommenden Jänner eine vierjährige Amtszeit als Staats- und Regierungschef an. Torres wäre die erste Frau in dem Amt.

Die Sozialdemokratin gewann die erste Runde der Wahl am 16. Juni mit rund 25,5 Prozent der Stimmen. Der konservative Giammattei kam auf knapp 14 Prozent. Weil kein Kandidat eine absolute Mehrheit erreichte, kam es zur Stichwahl zwischen den beiden 63-Jährigen. Die Verfassung erlaubt keine Wiederwahl.

Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Korruption spielen Umfragen zufolge für die Wähler eine große Rolle. Ein wichtiges Thema ist außerdem das umstrittene Migrationsabkommen mit den USA, das beide Kandidaten ablehnen.




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