Letztes Update am Mo, 12.08.2019 06:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Austria nach Befreiungsschlag erleichtert



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Das 5:1 bei Mattersburg war am Sonntag Balsam für die violette Seele. Auch dank eines Triples von Christoph Monschein holte die Austria ihren ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga, erstmals durfte sich Neo-Trainer Christian Ilzer über einen „perfekt umgesetzten“ Matchplan freuen. Der Schub kommt den Wienern vor dem schwierigen Europa-League-Quali-Rückspiel gegen Limassol gerade recht.

„Der Sieg war wichtig, wir müssen uns schnell erholen und daran glauben, dass wir dort gewinnen können“, betonte Ilzer nach seinen ersten Liga-Punkten als Austria-Coach. Monschein, der den Torreigen in der 3. Minute denkbar früh eröffnete und später noch zweimal traf (38., 83.), dürfte nicht daran zweifeln, dass das 1:2 am Donnerstag auf Zypern aufgeholt werden kann. „So ein Sieg gibt enorm viel Selbstvertrauen“, erklärte der 26-Jährige nach seinem ersten Bundesliga-Triple. „Der Trainer hat uns sehr gut motiviert und unser Selbstvertrauen gesteigert.“

Das dürfte nach den enttäuschenden Vorstellungen in Liga und Europa League tatsächlich gelungen sein, gegen Mattersburg ließ die Austria nie Zweifel über ihren Anspruch auf drei Punkte aufkommen. „Eine Mannschaftsleistung auf hohem Niveau“, befand Ilzer. Ideenlose Burgenländer fingen mit dem Ballbesitz nichts an und fingen sich immer wieder Konter ein - ein gefundenes Fressen für das agile Sturmduo Monschein-Dominik Fitz. „Ich hoffe, diese Form zu halten“, meinte der 20-jährige Fitz, der nicht nur sein zweites BL-Tor erzielte, sondern auch Monschein zweimal „assistierte“.

Das Eigengewächs Fitz war aber nicht der einzige Junge, der im Pappelstadion aufzeigte. In der Innenverteidigung agierte der im Sommer von Wacker Innsbruck geholte Johannes Handl bei seinem Austria-Debüt ohne Fehl und Tadel. „Völlig unaufgeregt, souverän, am Ball sicher, kopfballstark“, geriet Ilzer angesichts dieser Leistung bei Handls erst zweiten Oberhaus-Auftritt fast ins Schwärmen. Auf der anderen Seite des Gefühlsspektrums rangierte die Seitenbandverletzung von Innenverteidiger-Routinier Michael Madl. „Das trübt die Freude, er wird wohl länger ausfallen“, meinte Ilzer.

Für Kapitän Alexander Grünwald, der angesichts der Doppelbelastung in der ersten Hälfte eine Pause erhielt, und ebenfalls traf (56.), war der Sieg „der erste Schritt in eine bessere Zukunft. Es ist wichtig, dass die Mannschaft zusammenhält, auch wenn es schlecht läuft“, meinte der Routinier. Ilzer appellierte an alle Beteiligten, auf jeden Fall Ruhe zu bewahren: „Wie wir nach den letzten Wochen nicht in Depression verfallen sind, werden wir jetzt auch nicht in Euphorie verfallen.“

Für Sturm Graz gab es demgegenüber den ersten nationalen Rückschlag in der Saison. Das sehr chancenarme Steiermark-Duell mit Hartberg entschied der gastgebende TSV dank eines Elfmeter-Treffers von Dario Tadic (65.) für sich. Der Pfiff von Schiedsrichter Harald Lechner war umstritten. Sturm-Coach Nestor El Maestro sprach von einer „Fehlentscheidung“. „Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden. Der Anspruch gegen die Hartberger muss es aber sein, dass wir die Entscheidung auf dem Platz treffen“, sagte der 36-Jährige.

Sturms Sportchef Günter Kreissl gab sich als fairer Verlierer. „Die Niederlage tut natürlich weh, aber ich muss Hartberg gratulieren, weil sie es 90 Minuten verstanden haben, eine konzentrierte Leistung abzuliefern. Das war einfach gut“, meinte der Ex-Tormann. Sein Team tauschte in der Tabelle mit den punktgleichen Hartbergern (je 6) Platz und ist nur noch Vierter. In Hartberg waren alle nach dem zweiten Saisonsieg aus dem Häuschen. „Ein Derbysieg vor vollem Haus ist was Besonderes, und ich denke, der Sieg war nicht unverdient“, verlautete TSV-Präsidentin Brigitte Annerl.

Das war klarerweise auch nach dem Geschmack von Markus Schopp. „Für uns in Hartberg ist es eine Mega-Sache, in der höchsten Liga gegen Sturm zu spielen. Dann auch noch vor ausverkauftem Haus zu gewinnen, ist natürlich top“, sagte der TSV-Trainer. Das konnte auch „Joker“ Thomas Rotter nur unterstreichen, für den mit dem Sieg gegen Sturm ein „Kindheitstraum“ in Erfüllung ging.

Zwei Zähler hinter Sturm auf Rang fünf liegt Aufsteiger WSG Tirol nach einem 1:1 gegen St. Pölten. „In der Liga ist jedes Spiel mega eng. Mit vier Punkten kann ich gut leben“, analysierte Tirol-Coach Thomas Silberberger. Die Niederösterreicher sind nach einem laut Trainer Alexander Schmidt „leistungsgerechten“ Unentschieden weiter sieglos und nach drei Runden nur Vorletzter.




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