Letztes Update am Mo, 12.08.2019 12:58

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mutmaßlicher Brandanschlag auf FPÖ-Landesgeschäftsstelle NÖ



Die Landesgeschäftsstelle der FPÖ Niederösterreich in St. Pölten ist am Montag in den frühen Morgenstunden mutmaßlich das Ziel eines Brandanschlages gewesen. Die Flammen in einem Lagerraum wurden rasch gelöscht, teilte Polizeisprecher Johann Baumschlager mit. Das Feuer sei „offensichtlich“ gelegt worden. Eine Fahndung und Ermittlungen wurden aufgenommen.

„Der gezielte Brandanschlag auf unsere Landesgeschäftsstelle ist ein Ausdruck politischen Hasses und roher Gewalt“, reagierte FPÖ-Landesparteiobmann Udo Landbauer. Vier vermummte Täter hätten sich in der Zeit von 1.40 bis 2.07 Uhr Zugang zum Parkplatz der Parteizentrale in der Purkersdorfer Straße 38 in St. Pölten verschafft „und mit vorbereiteten Molotowcocktails versucht, das gesamte Gebäude in Brand zu setzen“. Die Täter hätten dabei „auch den Tod von Menschen in Kauf genommen“, verwies Landbauer darauf, dass gerade in Vorwahlzeiten Mitarbeiter regelmäßig in der Landesgeschäftsstelle übernachten würden und dass auch Nachbarhäuser in Gefahr kommen hätten können.

Die Täter, die auf das Geländer der Landesgeschäftsstelle eingedrungen waren, hätten einen Korb mit Molotowcocktails und kindskopfgroße Steine bei sich gehabt, hieß es in der Aussendung der Landes-FPÖ weiter. Bei einer ersten Angriffswelle seien die brennenden Flaschen gegen die Fassade und durch eingeschlagene Fenster in den Lagerraum geworfen worden. „Auf dem Überwachungsvideo ist auch zu sehen, wie in der Hektik zwei der Täter zusammenstießen, wobei einer der Täter versehentlich selbst die Oberbekleidung angezündet hat.“

Die Vermummten seien daraufhin vom Tatort geflohen. Um 2.07 seien zwei Personen zurückgekehrt und hätten versucht, „das Werk fortzusetzen. Sie schlugen mit einem Stein ein weiteres Fenster ein, warfen zwei Molotowcocktails in den Lagerraum und flohen dann über die Purkersdorfer Straße in Richtung Norden“, so die Landespartei. „Der Anschlag auf die FPÖ-Zentrale ist auch ein Anschlag auf die Demokratie“, betonte Landbauer.

Ein „Quartett von Linksextremisten“ steckt laut FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker hinter dem mutmaßlichen Brandanschlag. „Dass man offensichtlich die Gefährdung von Leib und Leben freiheitlicher Mitarbeiter aber auch von Anrainern in Kauf genommen hat, lässt mich erschaudern“, betonte der Parteimanager.

Es stelle sich natürlich die Frage, „wie weit solche Anarchisten, die von SPÖ, Grünen und NGOs wie SOS-Mitmensch gestützt und beschützt werden, noch bereit sind zu gehen“, sagte Hafenecker weiter. Er forderte eine rasche Aufklärung durch die Behörde und erinnerte dabei daran, dass „die gesamte Aktion mittels eines Überwachungssystems aufgezeichnet“ worden sei. Zudem stellte Hafenecker klar: „Wenn es hier Verbindungen zu Parteien oder NGOs geben sollte, müssen ganz klar ernsthafte Konsequenzen gezogen werden!“

Die Brandstiftung in St. Pölten erinnere „an finsterste Zeiten unserer Geschichte und es ist anzunehmen, dass das erst der Beginn einer Gewaltwelle sein wird“, so der Generalsekretär. Es werde zum „Halali“ auf die FPÖ und ihre Wähler geblasen und eine „Stimmung von Hass und Intoleranz geschaffen, welche wir nur aus den Geschichtsbüchern kennen“. Hafenecker bekräftigte, dass die Freiheitliche Partei ihren Weg für Österreich und seine Bürger unbeirrt weitergehen werde.

Die FPÖ Niederösterreich veröffentlichte die Videoaufnahmen des mutmaßlichen Brandangriffs auf Facebook. „Vier Vermummte haben in der Nacht auf Montag versucht, die Landesgeschäftsstelle der FPÖ Niederösterreich mit Molotowcocktails niederzubrennen. Glücklicherweise kamen durch das beherzte Eingreifen einer Taxifahrerin weder Mitarbeiter noch Anrainer zu Schaden“, schrieben die Freiheitlichen. Laut Landes-FPÖ wurde der Brand in der Geschäftsstelle von einer Taxifahrerin bemerkt und gemeldet.

Seitens der Polizei liefen am Montag intensive Ermittlungen. Federführend war das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT). Eingebunden waren das Landeskriminalamt Niederösterreich und das Stadtpolizeikommando St. Pölten.




Kommentieren