Letztes Update am Mo, 12.08.2019 19:08

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hongkonger Flughafen soll Betrieb Dienstag wieder aufnehmen



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Trotz anhaltender Proteste gegen die Regierung streben die Hongkonger Behörden eine baldige Wiederaufnahme des Flugverkehrs an. Man arbeite daran, dass ab Dienstag um 06.00 Uhr (Ortszeit, 0.00 Uhr MESZ) Flüge wieder stattfinden könnten, teilte die Airport-Aufsicht am Montag mit. Am Montag hatte sie den Betrieb an dem Flughafen, der zu den zehn größten der Welt zählt, eingestellt.

Etwa 190 Flüge waren nach chinesischen Angaben betroffen, darunter Verbindungen nach München, Frankfurt und Zürich. Österreicher waren von der Flughafensperre offenbar nicht betroffen. „Es gibt noch keine Informationen über Fälle, wo jemand nicht abreisen kann“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Peter Guschelbauer, am Montag der APA auf Anfrage. Das Generalkonsulat in Hongkong „beobachtet die Situation sehr genau“. Das Außenministerium riet Österreichern in seinen am Montag aktualisierten Reisehinweisen dringend dazu, „sich von Demonstrationen fernzuhalten“.

Die AUA-Mutter Lufthansa und ihre Tochter Swiss strichen wegen der Proteste mehrere Flüge in die Millionenmetropole. Betroffen sind Verbindungen aus München, Frankfurt und Zürich. Die AUA selbst hat ihre Hongkong-Flüge schon im vergangenen Oktober eingestellt.

Der genaue Auslöser für den Schritt war nicht klar. In dem Gebäude halten sich seit mehreren Tagen Tausende Demonstranten auf, die dort auf friedliche Weise gegen die Regierung protestieren. Sie kündigten an, weiter ausharren zu wollen. Die Polizei lehnte es ab, zu sagen, ob sie gegen die Demonstranten am Flughafen vorgehen werde.

Die Demonstrationen am Airport sind Teil einer größeren Protestbewegung, die in den vergangenen Wochen immer wieder Teile der Millionenmetropole lahmgelegt hat. Zuletzt kam es dabei auch vermehrt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und der Polizei. In der chinesischen Regierung werden inzwischen Vergleiche zum Terrorismus gezogen. Das schürt Sorgen, dass die Sicherheitskräfte demnächst härter durchgreifen könnten.

Ein Vertreter der US-Regierung rief alle Seiten dazu auf, auf Gewalt zu verzichten. Der Mehrheitsführer der Republikanischen Partei im US-Senat, Mitch McConnell, erklärte, ein Einsatz von Gewalt gegen die Demonstranten wäre vollkommen inakzeptabel. Er lobte die Demonstranten dafür, dass sie sich der Kommunistischen Partei Chinas mutig entgegenstellten.

Die Proteste hatten sich an Plänen der Regierung für ein Gesetz zur Auslieferung von Beschuldigten an China entzündet. Regierungschefin Carrie Lam hat den Entwurf zwar für tot erklärt, allerdings weiten sich die Proteste seit Mitte Juni stetig aus. Mittlerweile fordern die Demonstranten den Rücktritt Lams, der sie zu große Nähe zur Führung in Peking vorwerfen. Der früheren britischen Kronkolonie Hongkong wurden nach der Übergabe an China 1997 besondere Rechte wie das der freien Meinungsäußerung eingeräumt. Diese Rechte sehen die Regierungskritiker nun gefährdet.




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