Letztes Update am Do, 15.08.2019 06:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖVV-Vorbereitung vier Wochen vor EM-Auftakt auf Schiene



In vier Wochen beginnt für Österreichs Volleyball-Nationalteam der Herren das EM-Abenteuer. Die Truppe von Teamchef Michael Warm bereitet sich seit zehn Tagen und noch bis zur Mitte nächster Woche in ihrem Haupttrainingszentrum in Steinbrunn im Burgenland vor, ehe es an den drei nächsten Wochenenden je zwei bzw. die gesamt letzten sechs Länderspiele gibt. Aktuell laufe die Vorbereitung plangemäß.

„Es läuft grundsätzlich alles sehr gut“, erklärte Warm im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. „Alle sind hochkonzentriert und haben extrem hohen Einsatz. Ich bin sehr zufrieden mit dem jetzigen Stand.“ Der zweite und finale Vorbereitungsblock hat am letzten Juli-Wochenende mit einer Athletik-Woche in Schladming begonnen, in Steinbrunn steht nun das Spielerische im Vordergrund.

„Die Abstimmung im Angriff ist derzeit ein ganz großes Thema für uns. Das steht am allermeisten im Fokus“, erläuterte Warm. „Wir wollen da eine Durchschlagskraft entwickeln, uns eine Stabilität erarbeiten.“ Im technischen Bereich werde hingegen nichts mehr umgestellt. Warm: „Wir haben diese Woche noch eine hohe Belastung, geben Gas, am Wochenende steht Regeneration im Vordergrund.“ Mittwoch der Woche geht es zu einem Test-Doppel in Istanbul gegen die Türkei.

Gegen die Türken sicher nicht im Match-Kader stehen wird Paul Buchegger. Der Diagonalangreifer hat sich gleich zum Auftakt der Schladming-Trainingswoche einen Meniskusriss im linken Knie zugezogen, wurde unmittelbar danach operiert. Es ist eine ähnliche Verletzung, wie sie der Oberösterreicher vor einem Jahr im rechten Knie erlitten hatte, aber nicht genau die gleiche. „Letztes Mal wurde der Meniskus genäht, jetzt abgezwickt, und er konnte am zweiten Tag wieder drauf stehen.“

Buchegger kehrte daher recht bald zur Mannschaft zurück. Mittlerweile macht er im Training einfache Dinge mit, läuft normal, darf das Knie belasten und baggert auch bereits. Während es vor einem Jahr fünf bis sechs Monate Pause hieß, lebt nun die Hoffnung auf einen EM-Einsatz. Die andere Operationsmethode sei laut Warm eine rein medizinische Entscheidung gewesen. Thomas Zass werde bei der EM wohl erster ÖVV-Diagonalspieler sein, Buchegger könnte aber im Kader stehen.

Außerdem erwischte es Niklas Kronthaler mit einer Sprunggelenksverletzung. „Er ist aber wieder auf dem aufsteigenden Ast“, erläuterte Warm. Grundsätzlich merke man schon im Training, wenn Leistungsträger fehlen. „Wir sind noch nicht so weit, dass wir in der Hinterhand noch einmal 20 Spieler haben. Da wird es schon eng bei uns. Da merkt man, dass wir an die Grenzen kommen. Aber alle sind heiß und freuen sich auf die EM.“

In den Spielen gegen die Türken, danach in Craiova gegen Rumänien sowie in St. Pölten gegen Nordmazedonien werde es einerseits um Spielpraxis gehen, andererseits auch um die Zugehörigkeit zum EM-Team. Warm: „Wir haben 16 Spieler im Kader, 14 fahren zur EM. Wir haben uns darüber noch keine Gedanken gemacht, das machen wir zwei Tage vorher. Wir werden dann schauen, dass dann jeder seine klare Rolle hat.“

Sehr wohl bereits im Gange ist das Studium der EM-Gegner. „Wir fangen schon intensiv mit der Taktikvorbereitung an. Die Slowaken sind anders zu bespielen als die Serben und die Spanier.“ Mehr als 130 Spiele der Gegner seien analysiert worden. Für den (heutigen) Donnerstag war die gezielte Vorbereitung auf das Auftakt-Match der Gruppe B am 13. September in Brüssel gegen das Gastgeberteam Belgien geplant. Weitere Gegner sind die Slowakei, Deutschland, Spanien und Serbien.




Kommentieren