Letztes Update am Fr, 16.08.2019 21:22

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verletzte bei Protesten an Gaza-Grenze



An der Gaza-Grenze zu Israel ist es wieder zu Zusammenstößen zwischen Palästinenser und israelischen Soldaten gekommen. Nach Angaben der israelischen Armee versammelten sich rund 5.600 Palästinenser entlang der Grenze. Sie hätten Granaten und Sprengsätze geworfen und versucht, den Grenzzaun zu überwinden. Die Soldaten schossen demnach nicht - wie von der Hamas behauptet - mit scharfer Munition.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza wurden durch die Schüsse der israelischen Soldaten mindestens 63 Menschen verletzt. 32 davon wurden demnach durch scharfe Munition verletzt.

Militante Palästinenser schossen nach israelischen Angaben außerdem ein Geschoss nach Israel ab. Das Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) habe das Projektil abgefangen, teilte die Armee am Freitagabend mit. Es gab zunächst keine Berichte über Schäden. Zuvor hatte die Armee Raketenalarm im Süden des Landes gemeldet, unter anderem in der Stadt Sderot.

Israel und die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas hatten zuletzt unter Vermittlung Ägyptens eine Waffenruhe vereinbart. Dennoch kam es am vergangenen Wochenende an der Grenze erneut zu Angriffen militanter Palästinenser, bei denen fünf bewaffnete Angreifer getötet wurden. Außerdem schicken Einwohner des Gazastreifens weiter Brand-Ballons auf die israelische Seite der Grenze. Auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen reagiert Israels Armee meist mit Luftangriffen in dem Küstenstreifen.

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Israel hat vor zwölf Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Die EU, Israel und die USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Bei Protesten gegen die Blockade sind seit Ende März 2018 nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 300 Palästinenser getötet und Tausende weitere verletzt worden. Die Gaza-Bevölkerung lebt unter schwierigen Bedingungen, es mangelt unter anderem an Strom und Trinkwasser.




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