Letztes Update am So, 18.08.2019 08:27

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mindestens 63 Tote nach Explosion bei Hochzeit in Kabul



Bei einem vermutlichen Selbstmordattentat in einer Hochzeitshalle in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am späten Samstagabend mindestens 63 Menschen getötet worden. Mindestens 182 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, am Sonntag über Whatsapp mit. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff.

In der Vergangenheit hatte aber vor allem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sogenannte weiche Ziele - also wenig geschützte - angegriffen. Der Sprecher der radikalislamischen Taliban, Sabiullah Mujahid, bestritt in einer Mitteilung eine Beteiligung der Gruppe an dem Anschlag und verurteilte die Tat.

Laut Rahimi ereignete sich die Explosion kurz vor 23.00 Uhr in der Hochzeitshalle „Dubai“ im Südwesten der Stadt. Bei Hochzeiten in Kabul feiern Männer und Frauen in getrennten Räumen. Zumeist sind Hunderte Gäste geladen. Üblicherweise wird nach 22 Uhr das Abendessen serviert.

Noch in der Nacht in sozialen Medien geteilte Videos zeigten verzweifelte Menschen vor der Hochzeitshalle, die Familienmitglieder vermissten. Bilder aus der Hochzeitshalle zeigten blutbefleckte weiße Stühle und viele zwischen oder noch auf ihnen liegende leblose Körper. Im Zentrum Kabuls waren auch eine Stunde nach dem Angriff noch Sirenen von Krankenwagen zu hören.

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Später explodierte eine am Straßenrand versteckte Bombe in der afghanischen Provinz Balkh, mehrere Zivilisten wurden getötet. Zwischen zehn und zwölf Menschen seien bei dem Vorfall am Sonntag im nördlichen Bezirk Daulatabad ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei, Adil Shah Adil. Die Menschen seien allesamt in einem großen Auto gesessen, als die Bombe detoniert sei. Das Fahrzeug sei auf dem Weg in die Provinzhauptstadt Mazar-i-Sharif gewesen.

Die selbst gebauten Bomben werden häufig von radikalislamischen Taliban-Kämpfern gelegt, um afghanische Sicherheitskräfte anzugreifen oder Truppenbewegungen zu behindern. Zahlen der Vereinten Nationen zufolge ist die Zahl ziviler Opfer durch den Einsatz solcher Sprengfallen in Afghanistan zuletzt gestiegen. In den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres sind in dem Land nach UNO-Angaben fast 1.400 Zivilisten getötet und weitere fast 2.500 verletzt worden.




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