Letztes Update am So, 18.08.2019 12:38

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutsche Verteidigungsministerin will weiter US-Truppen



Die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wünscht sich, dass weiter US-Truppen im Land stationiert bleiben. „Die Präsenz von US-Streitkräften in Deutschland liegt im beiderseitigen Sicherheitsinteresse. Hinweise, dass das in den USA anders gesehen wird, liegen mir nicht vor“, sagte die CDU-Chefin der „Bild am Sonntag“.

Erst vor einer Woche hatte allerdings der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, die Drohungen seiner Regierung mit einem Teilabzug aus Deutschland bekräftigt. Die USA wollen ihre Truppen in Polen von 4.500 auf 5.500 aufstocken. US-Präsident Donald Trump hat aber ankündigt, keine zusätzlichen Soldaten schicken zu wollen, sondern 1.000 innerhalb Europas zu versetzen. Als mögliches Herkunftsland nannte er im Juni Deutschland.

Trump äußert sich immer wieder kritisch darüber, dass Deutschland weniger für sein Militär ausgibt als in der NATO zugesagt. Kramp-Karrenbauer sagte dazu: „Nicht nur mit den Beschlüssen von Wales 2014, sondern auch im Weißbuch der Bundesregierung haben wir uns zum Zwei-Prozent-Ziel der NATO ausdrücklich bekannt.“ Bis 2024 wolle man „auf dem Weg dorthin“ 1,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreicht haben.

74 Prozent der Deutschen würden sich einer aktuellen Umfrage zufolge nach einem Abzug der US-Soldaten aus der Bundesrepublik so sicher fühlen wie zuvor. Weniger sicher würden sich nur 18 Prozent fühlen, berichtete die Zeitung „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf eine Erhebung des Instituts Emnid.

Dabei glauben 62 Prozent der Befragten nicht, dass die deutsche Bundeswehr Deutschland im Ernstfall verteidigen könnte. Eine Mehrheit von 65 Prozent sind der Ansicht, dass Deutschland die NATO-Verpflichtung einhalten sollte, zwei Prozent der Wirtschaftsleistung für die Verteidigung auszugeben. Die USA kritisieren die deutschen Verteidigungsausgaben.




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