Letztes Update am So, 18.08.2019 14:22

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rettungsschiff „Open Arms“ darf in Spanien anlegen



Das von Italien abgewiesene Migranten-Rettungsschiff „Open Arms“ darf in einen spanischen Hafen einlaufen. Ministerpräsident Pedro Sanchez habe angesichts der Notlage an Bord und der „unbegreiflichen“ Haltung Italiens angeboten, dass das Schiff mit mehr als hundert Migranten an Bord im Hafen von Algeciras anlegen dürfe, teilte die Regierung in Madrid am Sonntag mit.

Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini hat Spaniens Beschluss, das von Italien abgewiesene Migranten-Rettungsschiff „Open Arms“ in einem spanischen Hafen aufzunehmen, mittlerweile begrüßt. „Spanien öffnet seine Häfen. Ich habe nicht auf Beschimpfungen und Morddrohungen reagiert. Ein anderer Minister hätte schon vor Tagen nachgegeben“, schrieb Salvini am Sonntag auf Facebook.

Nach Ansicht des Lega-Chefs hätte das spanische Schiff schon von Anfang an einen Hafen in Spanien ansteuern sollen. Der Innenminister warnte vor den Folgen, Rettungsschiffe aufzunehmen. „Weitere 356 Migranten an Bord eines norwegischen Rettungsschiffes warten wenige Seemeilen vor Lampedusa aufs Einlaufen. In Italien gibt es keinen Platz für Schlepper“, kommentierte Salvini.

Fünf Migranten an Bord der „Open Arms“ sprangen unterdessen mit Schwimmwesten ins Meer in der Hoffnung, die Insel Lampedusa schwimmend erreichen zu können. Mitglieder der spanischen NGO „Proactiva Open Arms“ sprangen ihnen hinterher und brachten sie aufs Schiff zurück. „Die Lage an Bord ist unerträglich“, so der Gründer von Proactiva Open Arms, Oscar Camps.

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Salvini hatte am Samstag nach langem Streit und auf Anordnung des italienischen Regierungschefs Giuseppe Conte 27 unbegleitete Minderjährige von der „Open Arms“ an Land gehen lassen, 105 Erwachsene und zwei begleitete Minderjährige mussten aber an Bord der „Proactiva Open Arms“ bleiben.




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