Letztes Update am Mo, 19.08.2019 08:42

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Supertanker mit iranischem Öl verlässt Gibraltar



Der mehr als sechs Wochen lang festgesetzte Supertanker mit iranischem Öl hat Gibraltar verlassen. Das gab der iranische Botschafter in London, Hamid Baeidinejad, in der Nacht zum Montag auf seiner Instagram-Seite bekannt. „Hiermit bestätigen wir, dass unser Tanker nach 45 Tagen Gibraltar in Richtung internationale Gewässer verlassen hat“, schrieb der Botschafter.

Laut der auf den Schiffsverkehr spezialisierte Internetseite „Marine Traffic“ setzte sich der Supertanker am Sonntagabend in Bewegung. Zielort ist demnach der Hafen Kalamata auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenland. Die Behörden Gibraltars bestätigten dies zunächst nicht. Zuvor hatte Gibraltar die Forderung der USA zurückgewiesen, den Tanker dauerhaft zu beschlagnahmen.

Die Behörden des britischen Überseegebiets an der Südspitze der iberischen Halbinsel hatten die „Grace 1“ am 4. Juli mit Unterstützung britischer Spezialeinheiten aufgebracht. Nach britischen Angaben sollte der Tanker iranisches Erdöl an Syrien liefern, was gegen EU-Sanktionen verstößt. Der Fall hatte die diplomatischen Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten weiter verschärft.

Am Donnerstag gab das Oberste Gericht Gibraltars den inzwischen in „Adrian Darya“ umbenannten Tanker wieder frei. Teheran hatte Gibraltar zuvor schriftlich versichert, dass die Fracht nicht nach Syrien gebracht werde.

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Die US-Regierung verlangte am Freitag jedoch eine dauerhafte Beschlagnahmung der Tankers. Das US-Justizministerium beharrte darauf, dass der Tanker an „illegalen“ Lieferungen an Syrien beteiligt sei. Nach Angaben des US-Justizministeriums werden die Lieferungen von den iranischen Revolutionsgarden organisiert, die in den USA als „Terrororganisation“ eingestuft werden.

Gibraltar wies die US-Forderung am Sonntag aber zurück. Die US-Sanktionen gegen den Iran seien in der EU nicht anwendbar, teilten die Behörden mit.

Am Abend setzte sich der Tanker, der nach Angaben der iranischen Behörden nun unter iranischer Flagge fährt, mit einer neuen Besatzung wieder in Bewegung.




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