Letztes Update am Mo, 19.08.2019 13:32

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Freigegebener iranischer Tanker steuert auf Griechenland zu



Der von Großbritannien freigegebene iranische Öltanker hat am Montag seine Reise durch das Mittelmeer fortgesetzt. Nach der Abfahrt vor Gibraltar etwa eine Stunde vor Mitternacht steuerte er am Vormittag in Richtung der Hafenstadt Kalamata in Griechenland, wie Schiffbewegungsdaten des Anbieters Refinitiv und des Portals Marinetraffic zeigten.

Das iranische Außenministerium warnte die USA davor, den Tanker zu beschlagnahmen. Dies würde zu „ernsten Konsequenzen“ führen, hieß es. Ein führender iranischer Parlamentarier sagte, die Krise mit Großbritannien werde erst dann zu Ende sein, wenn das Schiff sein Ziel erreicht habe. Die USA sehen Verbindungen zwischen dem Tanker und den iranischen Revolutionsgarden, die von der Regierung in Washington als Terrororganisation eingestuft werden.

Die Regierung der britischen Exklave Gibraltar hatte die Festsetzung vergangene Woche aufgehoben. Ihrer Auskunft zufolge sicherte der Iran zuvor zu, dass der Tanker das Öl nicht in Syrien entladen werde. Daraufhin kam es zu einem Gesuch der USA, das Schiff und seine Ladung zu beschlagnahmen. Gibraltar lehnte dies jedoch ab mit der Begründung, an EU-Recht gebunden zu sein.

Der Tanker ist inzwischen von „Grace 1“ in „Adrian Darya“ umbenannt worden und fährt nun unter iranischer Flagge. Er war am 4. Juli vor der Küste Gibraltars von der britischen Marine gestoppt worden. Grund war der Verdacht, dass er unter Verstoß gegen EU-Sanktionen Öl nach Syrien schmuggeln sollte. Der Iran bestreitet den Vorwurf. Er setzte am 19. Juli den unter britischer Flagge fahrenden Tanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormuz mit der Begründung fest, dieser habe gegen das Seerecht verstoßen. Die Vorfälle hatten den Iran-Konflikt und die Spannungen in der Golf-Region verschärft.

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