Letztes Update am Di, 20.08.2019 07:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien will Migranten von „Open Arms“ nach Spanien bringen



Die italienische Regierung will die Menschen vom Rettungsschiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms mit der Küstenwache nach Spanien bringen. Im Gegenzug müsse sich die Regierung in Madrid allerdings zuerst bereit erklären, dem Schiff „Open Arms“ sofort die spanische Flagge zu entziehen, erklärte Verkehrsminister Danilo Toninelli am Montagabend.

„Wir sind bereit, mit unserer Küstenwache alle Migranten, die an Bord der „Open Arms“ sind, in den spanischen Hafen zu bringen, der uns zugewiesen wird.“

Neun Migranten verließen am späten Montagabend das Rettungsschiff „Open Arms“ aus Gesundheitsgründen. Bei einer Person bestehe Verdacht auf Krätze, weitere zwei wurden zu Kontrollen ins Spital von Lampedusa eingeliefert, berichteten italienische Medien am Dienstag. An Bord des Schiffes verbleiben damit 99 Migranten, deren Schicksal weiterhin ungewiss bleibt.

Die spanische Regierung kritisierte den italienischen Innenminister Matteo Salvini unterdessen scharf. Spaniens Verteidigungsministerin Margarita Robles sagte am Montagabend, Salvinis Vorgehen sei „eine Schande für die gesamte Menschheit“. Der Vorsitzende der ausländerfeindlichen Lega-Partei verfolge „ausschließlich“ wahltaktische Ziele.

Die Regierung in Madrid hatte dem Schiff, das seit knapp 20 Tagen auf dem Mittelmeer blockiert ist, den nächstgelegenen spanischen Hafen angeboten. Das wären die Baleareninseln Menorca und Mallorca. Allerdings hielt die Hilfsorganisation die tagelange Fahrt quer über das Mittelmeer für nicht machbar. „Wir können keine Reise von 600 Meilen (3 Tagen) antreten in dem Zustand, in dem wir uns befinden“, twitterte der Chef Oscar Camps. Psychologen hätten nicht nur davon abgeraten, sondern seien dagegen.

Die „Open Arms“ befindet sich seit Tagen in unmittelbarer Nähe der italienischen Insel Lampedusa, darf wegen der harten Haltung des rechten Innenministers Salvini die Menschen aber nicht an Land bringen.




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