Letztes Update am Di, 20.08.2019 12:19

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Entführung in Turin: Kärntner will Einspruch einreichen



Der Anwalt des 58-jährigen Kärntners, der sich wegen Beihilfe bei der Entführung einer Frau in Turin in Untersuchungshaft befindet, will Einspruch gegen seine Inhaftierung einreichen. Ein Untersuchungsrichter in Turin hatte am Sonntag die Haft für den Kärntner und seine drei mutmaßlichen deutschen Komplizen bestätigt.

Dem Kärntner und den drei Deutschen drohen laut dem italienischen Strafbuch, das Personenentführung zwecks Erpressung streng bestraft, bis zu 25 Jahre Haft. Der 58-Jährige befindet sich in der Strafanstalt „Le Vallette“ in Turin und erklärte sich nicht schuldig, berichtete sein Anwalt Federico Milano gegenüber der APA. Die Angehörigen wurden informiert. Sein Mandant sei ruhig und warte auf die nächsten Entwicklungen, sagte der Anwalt.

In Untersuchungshaft bleiben auch ein deutscher Bauunternehmer, der Anfang Juni in Mailand um 50.000 Euro betrogen worden war und die beiden jungen Privatdetektive im Alter von 24 und 25 Jahren, die ihm bei der Entführung der Frau im Zentrum von Turin geholfen hatten.

Die Deutschen hatten die Frau, die die serbische und die australische Staatsbürgerschaft besitzt und laut Medienangaben in Wien lebt, vor den Augen unzähliger Passanten unweit des zentralen San-Carlo-Platzes in einen Lieferwagen gezerrt. Der Lebensgefährte der Frau, den die drei Männer ebenfalls entführen wollten, flüchtete. Fußgänger, die die Szene beobachtet hatten, alarmierten die Polizei. Die Sicherheitskräfte verfolgten den schwarzen Lieferwagen und nahmen die drei Männer fest. In der Tasche der 35-Jährigen, die von den Kidnappern gefesselt worden war, wurden 2.700 Euro gefunden.

Der 54-jährige Bauunternehmer erklärte, er wollte die Frau entführen und sie dann der Polizei in Turin übergeben, um sich für den Betrug zu rächen. Bei der deutschen Polizei hatte er wenig Unterstützung für seinen Fall erhalten. Den drei Deutschen in Haft wird Personenentführung zwecks Erpressung, Körperverletzung, Diebstahl und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Dem Kärntner, der das Treffen zwischen der Frau und ihrem Lebensgefährten mit den Deutschen organisiert hatte, wird Beihilfe vorgeworfen. Er ist laut dem Anwalt ein Mitarbeiter des deutschen Bauunternehmers.




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