Letztes Update am Di, 20.08.2019 18:40

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran-Tanker: USA warnen Griechenland vor „Terroristen-Hilfe“



Die USA haben Griechenland und alle Häfen im Mittelmeer gewarnt, den aus Gibraltar kommenden iranischen Supertanker nicht andocken zu lassen. Geschäfte mit dem Schiff entsprächen einer Unterstützung von Terroristen, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums am Dienstag. Athen hat nach eigenen Angaben bisher aber ohnehin keine offizielle Anfrage über eine Anlegeerlaubnis.

Der Tanker soll nach US-Angaben im Dienst der iranischen Revolutionsgarden stehen, die von den USA als Terrororganisation eingestuft werden. Terroristen zu unterstützen, könne hohe Geld- und langjährige Haftstrafen nach sich ziehen, warnte das Außenministerium.

Der von Gibraltar freigegebene iranische Supertanker „Adrian Darya-1“ schien zuletzt auf dem Weg in die griechische Hafenstadt Kalamata. Zunächst hatte das Schiff jedoch griechischen Behörden zufolge keine offizielle Anfrage gestellt, um dort anzulegen. Das Schiff war zuvor mehr als sechs Wochen in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Danach hatte der Iran einen britischen Tanker festgesetzt.

Aus Athen hieß es, es liege keine Anfrage vor. Griechische Marinebehörden teilten am Dienstag mit, sie verfolgten die Mittelmeer-Route des mittlerweile freigegebenen Schiffs und kooperierten mit dem griechischen Außenministerium.

Die USA wollen die Lieferung von Öl durch den iranischen Supertanker „Adrian Darya-1“ im Mittelmeer weiter verhindern. „Wir verfolgen die Bewegungen dieses Schiffes“, sagte der US-Sondergesandte für den Iran, Brian Hook, am Dienstag in New York.

Man wolle sicherstellen, dass das Öl auf dem Tanker nicht für Irans „Terrorunterstützung“ benutzt werden könne. Deshalb habe man alle Länder aufgefordert, iranischen Tankern die Durchfahrt durch nationale Gewässer und das Ankern in Häfen zu verbieten.

Unterdessen kündigte Irans Außenminister Mohammad Jawad Zarif laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA für Freitag Gespräche mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron sowie Außenminister Jean-Yves Le Drian in Paris an. In der nächsten Woche sei außerdem ein Besuch in China geplant.

Macrons diplomatischer Berater Emmanuel Bonne hatte bereits Anfang Juli in Teheran Gespräche geführt, um ein Scheitern des internationalen Atomabkommens mit dem Iran zu verhindern. Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich im Juli 2015 der Iran, die Gruppe der fünf UN-Vetomächte, darunter Frankreich, sowie Deutschland auf ein umfassendes Atomabkommen geeinigt. US-Präsident Trump kündigte es im Mai 2018 auf.

Seit dem Ausstieg verhängte Washington eine Reihe neuer Sanktionen gegen den Iran. Der Iran antwortete unter anderem mit der Drohung, seine Uran-Anreicherung zu erhöhen und machte dies Anfang Juli wahr.

Der Fall des iranischen Öltankers hatte die diplomatischen Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten weiter verschärft. Zwei Wochen nach der Festsetzung der „Grace 1“ setzte der Iran im Persischen Golf das britische Schiff „Stena Impero“ fest und hatte zuletzt mit „schwerwiegenden Konsequenzen“ bei einer dauerhaften Beschlagnahmung seines Öltankers gedroht.




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