Letztes Update am Do, 22.08.2019 12:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verletzter bei Fluchtversuch aus Anhaltezentrum Vordernberg



Ein Fluchtversuch von sieben Afghanen aus dem obersteirischen Anhaltezentrum Vordernberg (Bezirk Leoben) ist in der Nacht auf Donnerstag missglückt. Sechs der Männer wurden schon beim Innenzaun gestellt. Ein 22-Jähriger hatte bereits den Zaun erklommen, war dann aber an der Drahtrolle am oberen Ende abgerutscht, abgestürzt und schwer verletzt worden, wie die Landespolizeidirektion mitteilte.

Die in einer Wohngruppe untergebrachten sieben Schubhäftlinge hatten gegen 21.00 Uhr ein im Erdgeschoß befindliches Fenster aus dem Fensterstock gerissen und waren so in den Außenbereich gelangt. Dort versuchten sie, den Innenzaun zu überklettern, wobei ein Alarm ausgelöst wurde. Die Wachebeamten stellten die Männer, einer von ihnen hatte bereits den Zaun am oberen Ende erreicht, rutschte dann aber beim Ergreifen der Drahtrolle ab.

Der 22-Jährige stürzte aus einer Höhe von rund fünf Metern zu Boden, wobei er schwer verletzt wurde. Er wurde nach medizinischer Erstversorgung durch Beamte vom Notarzt ins LKH Graz eingeliefert und ist außer Lebensgefahr. Ein 21-Jähriger sowie ein 28-Jähriger erlitten durch das Klettern am Zaun geringfügige Verletzungen an den Händen und wurden medizinisch versorgt. Die Männer ließen sich ohne Widerstand festnehmen.

In Vorderberg ist es schon mehrmals zu teils erfolgreichen Fluchtversuchen gekommen, allerdings wurden jene, die die Absperrungen überwinden konnten, zumeist kurz darauf wieder geschnappt. Im Dezember 2017 entkam ein Afghane, der wenig später in Graz aufgegriffen wurde. Im Mai 2017 versuchten Algerier und Libyer zu flüchten, scheiterten aber am Innenzaun. Im August bzw. Oktober entkam jeweils ein Afghane, ersterer wurde Tage darauf in Wien erwischt.




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