Letztes Update am Do, 22.08.2019 19:06

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Syrische Armee öffnete Fluchtkorridor für Idlib-Zivilisten



Die syrische Armee hat einem Medienbericht zufolge einen Fluchtkorridor für Zivilisten aus der letzten großen Rebellenbastion im umkämpften Nordwesten des Bürgerkriegslandes geöffnet. Dies soll es ermöglichen, den südlichen Teil der Provinz Idlib und den Norden von Hama zu verlassen, wo die Armee zuletzt mit heftigen Luft- und Bodenangriffen gegen Aufständische vorgegangen ist.

Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Donnerstag unter Berufung auf einen Vertreter des Außenministeriums in Damaskus. Zuletzt waren Zehntausende Menschen vor der Offensive der syrischen Regierungstruppen gegen die Rebellen in Idlib in Richtung türkische Grenze geflohen. Laut Internationalem Roten Kreuz wurden bei der Offensive bereits Hunderte Menschen getötet.

Inmitten der Eskalation der Gewalt in Idlib wollen die Präsidenten der Türkei, Russlands und des Irans Mitte September zu einem neuen Syrien-Gipfel zusammenkommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe seine Kollegen Wladimir Putin und Hassan Rouhani am 16. September in die türkische Hauptstadt Ankara eingeladen, so sein Sprecher Ibrahim Kalin.

Die Staatsführer würden bei dem Treffen über die Situation in Idlib, die Bildung einer Verfassungskommission und die Fortsetzung des politischen Prozesses diskutieren, erklärte Kalin am Mittwochabend. Obwohl die Türkei, Russland und der Iran im Syrien-Konflikt auf entgegengesetzten Seiten stehen, setzen sie sich seit Anfang 2017 gemeinsam für eine militärische Deeskalation und eine politische Lösung ein. Ihr letzter Syrien-Gipfel fand im Februar statt.

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Die syrische Armee provozierte die Türkei indes mit Schüssen auf einen türkischen Beobachtungsposten in Nordsyrien. In einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu war am Donnerstag von „Störfeuer“ die Rede. „Regime-Jets haben in der Nähe von Observierungsposten Nummer 8 in Marat al-Numan in Südost-Idlib mit schweren Maschinengewehren gefeuert“, hieß es in dem Bericht.

Die Schüsse hätten keinen Schaden angerichtet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, Syriens Luftwaffe habe ein Gebiet nur 300 Meter von dem Posten entfernt angegriffen. Zu möglichen Schäden machte sie keine Angaben. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle gilt als oppositionsnahe, sie bezieht ihre Informationen von Aktivisten aus Syrien. Ihre Angaben sind für Medien nur schwer überprüfbar.




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