Letztes Update am Fr, 23.08.2019 14:17

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Malta will Flüchtlinge von „Ocean Viking“ zunächst aufnehmen



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Malta hat die Landung der 356 Migranten an Bord des Rettungsschiffes „Ocean Viking“ genehmigt. Keiner der Migranten solle auf Malta bleiben, sondern auf sechs EU-Mitgliedsstaaten umverteilt werden, teilte die maltesischen Behörden am Freitag mit. Die Migranten sollten von Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg, Portugal und Rumänien aufgenommen werden.

Malta wolle somit einen Beitrag für eine positive Lösung im Fall der „Ocean Viking“-Migranten leisten, hieß es. Wann die Landung auf Malta erfolge, sei noch unklar. Maltesische Militärschiffe sollten die Migranten nach La Valletta führen. SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen hatten am Vortag gewarnt, das Essen an Bord reiche nur noch für fünf Tage.

Die beiden Hilfsorganisationen, welche das Schiff betreiben, haben inzwischen erleichtert darauf reagiert, dass das Rettungsschiff „Ocean Viking“ in Malta anlegen darf. „Wir freuen uns ungemein für die 356 Menschen“, sagte Jana Ciernioch von SOS Méditerranée Deutschland am Freitag in Berlin. Gleichzeitig mahnte sie aber ein „verlässliches Ausschiffungssystem“ für künftige Fälle an.

Ciernioch rief die europäischen Staaten auf, für die Zukunft ausreichende Kapazitäten zur Seenotrettung im Mittelmeer bereitzustellen. Den Vorschlag der Bundesregierung, die EU-Mission „Sophia“ neu aufzulegen, lehnte sie allerdings ab. Die im Frühjahr gestoppte Mission habe in erster Linie der Schlepperbekämpfung gedient. Notwendig seien jedoch Schiffe, die proaktiv Menschen aus Seenot retten.

Auch Florian Westphal von Ärzte ohne Grenzen betonte, der momentane Zustand, für jedes Rettungsschiff eine Einzellösung finden zu müssen, sei „nicht hinnehmbar“.

Seit zwei Wochen befinden sich die Migranten an Bord des Schiffes. Die „Ocean Viking“ harrt in internationalen Gewässern zwischen Malta und Italien aus. Die beiden Mittelmeer-Anrainer verweigern Hilfsorganisationen und ihren Rettungsschiffen immer wieder das Anlegen. „Solange ich Innenminister bin, landet kein Rettungsschiff in Italien“, sagte Innenminister Matteo Salvini am Freitag.

Die Odyssee des spanischen Schiffs „Open Arms“ war erst in der Nacht zum Mittwoch nach fast drei Wochen dramatisch zu Ende gegangen. Das Schiff wurde vorläufig beschlagnahmt.




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