Letztes Update am Sa, 24.08.2019 00:50

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Dr. Kurt Ostbahn: Wien-Comeback auf „gmahter Kaiserwiesn“



Drei Jahrgänge des Klassentreffens hat Dr. Kurt Ostbahn die traditionelle Location auf der Kaiserwiese im Wiener Prater schmählich ausgelassen - am Freitagabend feierte der Kurtl ein umso triumphaleres Comeback: ein ganzer Abend als „gmahte Wiesn“ für den mittlerweile 70-Jährigen und seine zahlreichen Fans. Das Dacapo gibt‘s am Sonntagabend - und 2020 einen Strandausflug nach Podersdorf.

Zum Kult gehört die Wiederholung: Insofern durfte man sich vom aktuellen Ostbahn-Klassentreffen nichts wirklich Innovatives erwarten. Aber das, was den treuen Fans auf der dicht gefüllten Kaiserwiese geboten wurde, war ja auch echt zufriedenstellend: eine Weltklasse-Band - die seit Jahre stabile Formation der „Musiker seines Vertrauens“ -, Weltklasse-Songs (und da bei weitem nicht nur die in Hits ausgearteten Cover-Versionen von Springsteen & Co) und ein Kurt Ostbahn in Top-Form (seltsamerweise deutlich agiler als der Willi Resetarits bei seinem 70er-Stadthallen-Doppler im vergangenen Jänner).

Und zum Kult gehört wohl auch, das der Kurtl und seine Musiker mit dem ZZ Top-Cover „Neiche Schoin“ flott loslegten. Doch dann bog das Programm durchaus angenehmerweise über „Rendezvous“ und „I tät liagn fia Di“ in ruhigere „Espresso Rosi“-Töne ab. Mitten drin auch das immer noch berührende „57 Engeln“, das Ostbahn-Erfinder und Mastermind Günter Brödl kurz vor seinem Tod im Jahr 2000 schrieb.

Schwungvoller ging es dann durch die TexMex-Periode des Meisters mit den populären Hadern „Chili con Carne“ und „Tequila Sunrise“, danach war es „Höchste Zeit“ für den „Joker“, den „57er Chevy“ und den „Überstar“. Dazwischen die grandiose Gänsehaut-Nummer „A neiche Haut“ (ebenfalls vom legendären „Espresso Rosi“-Album).

Als erste Zugabe durften sich die textsicheren Fans über Bruce Springsteens „Feuer“ freuen, gefolgt von der Hackler-Hymne „(In da) Arbeit“. Den gesamten Abend nur kultige Musik grandioser Musiker, etwa Depeche Mode-Drummer Christian Eigner am Schlagzeug oder Erich Buchebener am Bass, der „Wenn die Musik vorbei ist“ einfühlsam am Bundlosen einleitete.

Es wurden dann in Summe doch wieder bald drei Stunden Kurt Ostbahn live - der Ansager am Anfang hatte ja die etwas Kurtl-unerfahrenen Jungen im Publikum nicht ohne Augenzwinkern gewarnt: „Der Kurtl spielt lang - obacht beim Trinken!“ Und zum Kult gehört auch, dass man beim Ostbahn-Kurti dann doch immer weiß, wann‘s wirklich aus ist - dann nämlich, wenn er sein Fan-Mantra spricht: „Passt ́s auf, seid ́s vuasichtig und losst ́s eich nix g ́foin!“ Dann nämlich weiß der geeichte Fans, dass es eben noch nicht ganz aus ist, denn es muss noch der Heimgeh-Begleitsong „Wia im Kino“ zu allerletzt folgen, so auch am Freitag.

Und genau so (gut) wird es wohl auch am Sonntagabend beim zweiten diesjährigen Klassentreffen sein. 2020 ist übrigens wieder eine „Klassenfahrt“ nötig: Kurt Ostbahn und die Musiker seines Vertrauens bitten nämlich für 4. Juli kommenden Jahres zum Strandausflug in das Strandbad Podersdorf.




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