Letztes Update am Sa, 24.08.2019 10:28

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Federer sieht sich vor US Open in guter Ausgangslage



Roger Federer und Rafael Nadal sind die größten Herausforderer von Titelverteidiger Novak Djokovic, kein Zweifel. Und beide fühlen sich im Vorfeld der am Montag beginnenden US Open in New York bereit für den Angriff auf ihren 21. bzw. 19. Grand-Slam-Titel. Der 38-jährige Federer will es, elf Jahre nach seinem bisher letzten Titel in Flushing Meadows, noch einmal wissen.

„Ich fühle mich wahrscheinlich vor Beginn der US Open so gut wie seit Jahren nicht. Das ist ermutigend“, meinte Federer, der am Montag gegen einen Qualifikanten sein erstes von erwünschten sieben Matches bestreiten wird. Die knappe Finalniederlage in Wimbledon gegen den „Djoker“ hat der vierfache Familienvater gut weggesteckt. Nach 4:55 Stunden, zwei vergebenen Matchbällen und dem erstmals bei 12:12 ausgetragenen Tiebreak im fünften Satz war Federer der neunte Wimbledon-Titel noch aus den Händen geglitten.

„In den ersten zwei Tagen habe ich ein bisschen darüber nachgedacht, aber ich bin dann auch mit meinen Kindern mit dem Wohnwagen durch die wunderbare Natur in der Schweiz gefahren“, erzählte Federer. Da habe er nicht so viel denken können, sondern sei mit anderen Dingen beschäftigt gewesen. „Alles in allem, wenn ich zurückdenke, bin ich sehr glücklich, dass ich Teil eines so unterhaltsamen Matches gewesen bin.“

Federer möchte sich beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres aber nicht unter besonderen Druck setzen. „Ich komme nicht als haushoher Favorit wie 2006 und 2007 her. Aber ich bin sehr stolz, dass ich sehr gleichmäßige eineinhalb, zwei Jahre hinter mir habe“, sagte der Weltranglisten-Dritte. Doch auch der Wimbledon-Auftritt, der Halbfinalsieg über Rafael Nadal und letztlich auch die knappe Finalniederlage auf dem „heiligen Rasen“ haben Federer Auftrieb gegeben. „Es wird schwierig, das Turnier zu gewinnen. Aber ich bin ein Teil von jener Gruppe, die es schaffen kann.“ Es wäre der sechste US-Open-Triumph für den Eidgenossen.

Nadal, wie auch Djokovic, steuert seinen vierten Siegerscheck im New Yorker Stadtteil Queens an. Seine Erinnerungen an das Vorjahr sind nicht die besten: Nach einem großartigen Viertelfinal-Fünf-Satz-Sieg über Dominic Thiem, in dessen bisher wohl überhaupt besten Karriere-Match, hatte der Mallorquiner wegen Knieproblemen nach zwei verlorenen Halbfinal-Sätzen gegen Juan Martin Del Potro aufgeben müssen.

„Natürlich fühlen sich meine Knie dieses Jahr besser an. Vergangenes Jahr war auch das Problem, dass ich drei oder vier sehr, sehr lange Matches gespielt habe“, erinnerte sich Nadal. Nun habe ihm aber der Titel in Montreal im US-Open-Vorfeld geholfen. „Ich bin bereit für die Action“, betonte Nadal.

Ein mögliches Wiedersehen auf dem Court mit Thiem gäbe es erst im Halbfinale. Aus aktueller Sicht und dem nach wie vor nicht perfektem Fitnesszustand Thiems scheint dies aktuell mehr eine Vision als eine Wahrscheinlichkeit. Fakt ist aber, dass jener fast 5-Stunden-Fight und natürlich u.a. auch die mittlerweile zwei French-Open-Finali gegen Thiem, den Respekt vor dem Österreicher weiter haben wachsen lassen. „Er ist jetzt die Nummer vier und verbessert sich jedes Jahr. Er hat alles, um wichtige Events zu gewinnen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er alle seine Ziele erreicht“, wiederholte Nadal sein konstantes Lob für Thiem.

Auch, dass er zwei Jahre nach Prag wieder an der Seite Thiems im Team Europe Laver Cup spielen wird, freut Nadal. „Es ist immer toll, Momente mit ihm zu teilen. Er ist ein wirklich großartiger Mann, ein guter Mensch. Ein guter Freund von mir, ja.“

Unterdessen hat die Sensationssiegerin des Vorjahres, Naomi Osaka, Bedenken, wonach eine kurz vor New York erlittene Knieverletzung sie stark beeinträchtigen könne, vom Tisch gewischt. „Zum Glück verheilt bei mir alles schnell, also denk ich, dass es gut ausschaut“, sagte die 21-jährige Japanerin im Louis Armstrong Stadium.

Bekannt wurde am Freitag (Ortszeit) auch, dass Alexander Zverev nun ein „Schützling“ von Roger Federer wird. Zverev ist zwar nach wie vor im rechtlichen Clinch mit seinem bisherigen Manager Patricio Apey, wird aber ab nun von Team8, der Agentur von Federer und Tony Godsick, vermarktet. Ein erster Schritt zurück in Richtung sportlichen Erfolgs vielleicht für Zverev, der eine Art „Seuchenjahr“ hinter sich hat.




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