Letztes Update am Sa, 24.08.2019 11:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


G-7-Staaten beginnen Gipfel in Frankreich



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Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen beginnen die großen Industrienationen (G-7) am Samstagabend ihren Gipfel im französischen Seebad Biarritz. Das von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geleitete Toptreffen an der Atlantikküste wird von zahlreichen Krisen und Konflikten belastet. Dazu gehören unter anderem die Waldbrände im Amazonasgebiet und der Handelskrieg zwischen den USA und China.

Unter den Teilnehmern sind US-Präsident Donald Trump und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Erstmals dabei ist der britische Premierminister Boris Johnson. Zu den G-7 gehören außerdem Kanada, Japan und Italien. Mehr als 13.000 Einsatzkräfte werden den dreitägigen Gipfel schützen. Bei einer Demonstration an der französisch-spanischen Grenze werden Tausende Menschen erwartet. Dutzende Gruppen riefen zu der Kundgebung auf, unter ihnen Globalisierungsgegner.

Vor dem Gipfel kam es zu ersten Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Nach Behördenangaben wurden bei den Zusammenstößen nahe einem Protestcamp in Urrugne am Freitagabend vier Polizisten leicht verletzt. 17 Menschen wurden demnach wegen Verstoßes gegen das Versammlungs- und Vermummungsverbot festgenommen.

Macron hatte die verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald kurzfristig auf die Tagesordnung des Gipfels gesetzt. Auch verstärkten die Europäer den Druck auf den rechtspopulistischen Präsidenten Brasiliens, Jair Bolsonaro. Macron kündigte zudem an, das jüngst ausgehandelte Mercosur-Freihandelsabkommen der EU mit den vier Mitgliedsländern des südamerikanischen Staatenbunds abzulehnen.

Der Amazonas-Regenwald gilt als grüne Lunge der Welt und ist für den globalen Klimaschutz von hoher Bedeutung. Bolsonaro verbat sich Ratschläge aus dem Ausland.

Die Entwicklungsorganisation Oxfam forderte indes schnelles Handeln im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände. Die G-7-Staaten seien auch gefordert, weil sie historisch verantwortlich für den Klimawandel seien, sagte Jörn Kalinski von Oxfam. Sie würden ihre Emissionen nicht ausreichend reduzieren und arme Länder nicht unterstützen, die Folgen der Erderwärmung zu bewältigen, kritisierte Kalinski. „Unser kaputtes und schiefes globale Wirtschaftssystem verbrennt den Planeten, und heute steht der Amazonas in Flammen.“




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