Letztes Update am So, 25.08.2019 15:01

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hofer warnt vor Türkis-Grün und wirbt erneut für Türkis-Blau



FPÖ-Parteiobmann Norbert Hofer hat am Sonntag in einer Pressekonferenz anlässlich des freiheitlichen Wahlkampfauftaktes in Tirol erneut vor einer möglichen türkis-grünen Koalition nach der Wahl gewarnt und abermals für eine Fortsetzung der türkis-blauen Koalition geworben. Wer will, dass der Weg fortgesetzt wird, müsse FPÖ wählen, so Hofer am Innsbrucker Flughafen vor FPÖ-Anhängern.

Zu den Aussagen von Gernot Blümel, dem ehemaligen ÖVP-Regierungskoordinator, der in der Sonntags-“Presse“ auf Distanz zur FPÖ ging, meinte Hofer schlichtweg: „Ich glaube nicht, dass Blümel jetzt in den schwarz-grünen Chor einstimmt.“

„Im Nachhinein ist man immer g‘scheiter. Im Vorhinein kann man in niemanden hineinschauen“, hatte zuvor Blümels Antwort auf die Frage gelautet, ob die Koalition mit der FPÖ ein Fehler war. Er verlangte, dass vor einer Fortsetzung der Zusammenarbeit „alles lückenlos aufgeklärt werden muss“ rund um das Ibiza-Video. Dass die FPÖ diesen Willen nicht gehabt habe, sei der Grund für die ÖVP gewesen, Türkis-Blau zu beenden. Und „diesen Willen vermisse ich nach wie vor“, hält Blümel nicht nur dem zurückgetretenen „Herrn Strache“, sondern auch dem FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl vor, sich nur „in eine Opferrolle hineinzumanövrieren“.

Gleichzeitig betonte FPÖ-Obmann Hofer erneut, dass die Freiheitlichen regieren wollen, aber „nicht um jeden Preis.“ „Wir sind bereit, aber die Verhandlungen mit uns werden hart werden“, kündigte Hofer bei der Wahlkampfveranstaltung am Innsbrucker Flughafen an und bezeichnete sich selbst als „beinhart“. Für die ÖVP würden die Koalitionsverhandlungen nicht einfach werden, fügte er hinzu.

Zum ehemalige Parteichef Heinz-Christian Strache, der sich in den vergangenen Wochen immer wieder in Interviews zu Wort gemeldet hatte, meinte Hofer indes, dass sich dieser in den kommenden Wochen bis zur Wahl weitgehend zurückziehen werde. „Das war sein eigener Wunsch. Er hat gesagt, er wird sich auf andere Dinge konzentrieren“, so Hofer. In den nächsten Wochen soll „alles was kommuniziert wird, auch koordiniert werden“, meinte der freiheitliche Spitzenkandidat und verwies auf Straches Facebook-Seite, deren Inhalte bis zur Wahl akkordiert werden sollen.

Auch Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger stimmte in Hofers Warnungen vor Schwarz-Grün ein. „Kurz blinkt links, sollte sich die Mehrheit ausgehen, dann kommt Schwarz-Grün“, so Abwerzger. Es gebe aber viele Dinge aus der alten Koalition, die noch nicht erledigt seien und deshalb wollen die Freiheitlichen den „positiven Weg für Österreich fortführen“, sagte Abwerzger. Tirols Spitzenkandidat Peter Wurm sprach indes das Rauchverbot an und warnte vor einem „Todesstoß“ für viele Wirte. Im Anschluss an den Wahlkampfauftakt startete Hofer einen „Alpenrundflug“ mit ausgewählten Gästen und Gewinnern eines Gewinnspiels.




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