Letztes Update am So, 25.08.2019 18:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unwetter in Niederösterreich, der Steiermark und Burgenland



In Teilen Niederösterreichs haben am Samstagabend nach einem Gewitter zahlreiche Feuerwehren ausrücken müssen: Am meisten zu tun gab es für die Helfer in den Bezirken Melk und Neunkirchen. Insgesamt waren rund 300 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Schäden nach den Unwettern im obersteirischen Obdach (Bezirk Murtal) sind indes größer als erwartet. Die Gemeinde wurde zum Katastrophengebiet erklärt.

Neben Auspumparbeiten galt es, umgefallene Bäume in Niederösterreich zu beseitigen. Auch einige leicht vermurte Straßen und durch starken Wind umgestürzte Plakatwände beschäftigten die Feuerwehren. Im Bezirk Melk mussten 17 Einsätze bewältigt werden, im Bezirk Neunkirchen hielten 16 Einsätze die Feuerwehrleute auf Trab.

Auch in der Oststeiermark sorgten Unwetter für Schäden: Im Raum Feldbach wurden Dächer beschädigt und Straßen überschwemmt. Ein Hirsch-Gehege musste von Feuerwehrleuten notdürftig repariert werden, damit die Tiere nicht entkommen, teilte Sprecher Thomas Meier am Sonntag mit.

Die „Hotspots“ befanden sich im Raum Muggendorf in Dirnbach, Merkendorf, Gnas und Auersbach. Sturmböen entwurzelten Bäume und beschädigten Hausdächer, Starkregen führte zu Überschwemmungen von Straßen und Gebäuden. In Burgfried in Gnas wurden die Einsatzkräfte zu einem Dachstuhlbrand gerufen.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

In Muggendorf bei Straden wurde das Dach eines Hühnerstalls stark beschädigt. Rund 4.000 Legehennen sind darin untergebracht. Die Feuerwehren halfen beim Abdecken der Löcher. In Dirnbach wurde das Gatter des rund vier Hektar großen Sitka-Hirsch-Geheges an mehreren Stellen durch das Unwetter beschädigt. Menschen und Tiere blieben aber unverletzt.

Die Schäden nach den Unwettern im obersteirischen Obdach (Bezirk Murtal) sind indes größer als am Samstagabend erwartet: Umfangreiche Arbeiten sind nötig, um die auf einer Länge von einem Kilometer weggerissene Gemeindestraße zu sanieren, teilte Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer (SPÖ) am Sonntag mit. Die Gemeinde wurde zum Katastrophengebiet erklärt.

Mit dem Status als Katastrophengebiet könne nun „rasch und unbürokratisch“ Hilfe geleistet werden. Die abgeschnittenen Gehöfte sollen schnellstmöglich wieder erreichbar sein. Schickhofer betonte: „Jetzt geht es darum, dass Obdach schnell geholfen wird. Ich danke allen Einsatzkräften, die seit den Abendstunden im Einsatz stehen, um Unwetterschäden zu beseitigen und die Sicherheit wieder herzustellen.“

Gewitter und teils starker Wind sorgten auch im Burgenland für Feuerwehreinsätze. Insgesamt rückten 20 Wehren aus. Am stärksten betroffen waren nach Angaben der Landessicherheitszentrale (LSZ) der Raum zwischen Lutzmannsburg und Deutschkreutz im Bezirk Oberpullendorf. Vereinzelte Einsätze gab es darüber hinaus in allen Landesteilen.

Neben Pumparbeiten wurde die Beseitigung umgestürzter Bäume vorgenommen, zudem mussten sich die Helfer um umgefallene Bauzäune kümmern. Die Feuerwehren Neusiedl am See und Purbach wurden zu zwei Bootsbergungen auf dem Neusiedler See alarmiert. Der erste Unwettereinsatz begann laut LSZ Samstagabend kurz nach 20.30 Uhr. Die letzten Kräfte rückten gegen 3.00 Uhr wieder ein.

In der Kärntner Gemeinde Reichenfels normalisierte sich nach den Überschwemmungen von Samstagnachmittag die Lage am Sonntag wieder. Feuerwehrkommandant Alex Steinkellner sagte, dass die Gewässer wieder alle zurück in ihren Bachbetten sind. Die Lavant und der Schirnitzbach waren über die Ufer getreten, eine Brücke war weggerissen worden. Die Straßen seien aber wieder befahrbar.

„Man sieht heute noch die Spuren bei den Feldern: Holz, Wurzeln und Steine liegen noch herum“, so Steinkellner. Diese würden in den kommenden Tagen beseitigt. Schäden an Häusern gab es nicht und auch die umliegenden Orte seien glimpflich davongekommen. Reichenfels habe es deshalb so stark getroffen, weil das Wasser vor allem vom Zirbitzkogel in der Steiermark heruntergeschossen sei. Sonntagvormittag scheinte laut dem Kommandanten die Sonne, aber zu Mittag zog es schon wieder zu.




Kommentieren