Letztes Update am Mo, 26.08.2019 03:06

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Militärjets bekämpfen verheerende Waldbrände in Brasilien



In Brasilien sind nach Regierungsangaben Militärflugzeuge im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände im Regenwald im Einsatz. Ein am Sonntag vom Verteidigungsministerium veröffentlichtes Video zeigt eine Maschine, die Tausende Liter von Wasser über Wäldern des Bundesstaates Rondonia ausschüttet.

Nach Angaben des Büros von Präsident Jair Bolsonaro hat dieser derartige Armeeeinsätze in bisher sieben Bundesstaaten genehmigt, nachdem deren Regierungen entsprechende Hilfe beantragt hatten. Details zu diesen Einsätzen lagen zunächst nicht vor.

Die Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industrienationen (G-7) zeigten sich auf ihrem Treffen im französischen Biarritz tief besorgt über die zahlreichen Brände im Amazonas-Regenwald, dem eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel zugeschrieben wird. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, die G-7-Gruppe stehe vor einer Vereinbarung, die technische und finanzielle Unterstützung für betroffene Länder vorsieht. Kolumbiens Präsident Ivan Duque gab unterdessen bekannt, einen Naturschutz-Pakt mit anderen Amazonas-Ländern anzustreben.

Angesichts der verheerenden Brände im Amazonasgebiet ermittelt die Polizei nun gegen die Organisatoren des sogenannten „Tag des Feuers“. „Die Bundespolizei wird den Fall mit ihrer Expertise aufklären“, schrieb Justizminister Sérgio Moro am Sonntag auf Twitter. „Kriminelle Brandstiftung im Amazonasgebiet wird hart bestraft.“

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Zuvor hatte die Zeitschrift „Globo Rural“ berichtet, dass sich im Bundesstaat Pará zuletzt über 70 Personen in einer Whatsapp-Gruppe dazu verabredet hatten, große Flächen entlang der Landstraße BR-163 in Brand zu stecken.

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Jänner nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE vom Sonntag um 82 Prozent zu. Insgesamt wurden mehr als 79 000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.




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