Letztes Update am Mo, 26.08.2019 13:25

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


65 Festnahmen nach Ausschreitungen bei Hongkong-Protesten



Bei erneuten Ausschreitungen am Wochenende sind in Hongkong 65 Demonstranten festgenommen worden. Zu den Festnahmen kam es nach Protesten am Samstag und Sonntag, wie die Polizei mitteilte. Zudem wurden nach Angaben der Krankenhaus-Behörde 48 Menschen verletzt. Die Polizei Hongkongs hat ihr hartes Vorgehen gegen die Demonstranten gerechtfertigt.

Den Demonstranten wurden verschiedene Vergehen zur Last gelegt, darunter rechtswidrige Versammlungen, der Besitz von Offensivwaffen und der Angriff auf Polizeibeamte. Auch ein zwölf Jahre altes Kind war unter den Festgenommenen. Seit Beginn der Proteste am 9. Juni wurden mehr als 830 Menschen vorläufig festgenommen.

Die Beamten setzten am Wochenende Tränengas ein und drängten Aktivisten zurück, die auf der Straße Barrikaden errichtet hatten. Einige Demonstranten warfen Flaschen, Brandsätze und Steine auf die Sicherheitskräfte. Erstmals setzten die Beamten am Sonntag auch zwei Wasserwerfer ein. Ein Beobachter des Bezirksrats berichtete, dass ein Polizist mit seiner Waffe in die Luft geschossen habe, nachdem ihn mehrere Protestler umringt hätten. Diese Maßnahmen seien wegen „extrem gewalttätiger“ Protestierender nötig gewesen, erklärte die Polizei am Montag.

Den Angaben zufolge war eine kleine Gruppe von Sicherheitskräften am Sonntagabend von Demonstranten unter anderem mit Steinen bedrängt worden. Ein Polizist sei unter den Schlägen auf den Boden gefallen und habe sich in Lebensgefahr befunden. Daraufhin hätten sechs Polizisten ihre Waffen gezogen, einer von ihnen habe einen „Warnschuss in die Luft“ abgefeuert.

Es handelte sich dabei um den ersten Schuss eines Polizisten, der seit Beginn der Proteste vor drei Monaten abgegeben wurde. In den Online-Diensten stieß das Vorgehen der Sicherheitskräfte auf scharfe Kritik von Anhängern der Demokratiebewegung.

Gut zweieinhalb Monate dauern die Proteste nun schon an, bei denen es um Angst vor einem steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong geht. Auslöser der Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzentwurf der Regierung zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China.

Die Millionenmetropole gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China. Als Sonderverwaltungszone sind Hongkong noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert. Um die fürchten nun aber viele Bewohner. An der Grenze zu Hongkong wurden chinesische Sicherheitskräfte zusammengezogen. Zuletzt wuchs deswegen die Sorge vor einem chinesischen Militäreinsatz.




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