Letztes Update am Mo, 26.08.2019 19:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thiem startet mit Fitness-Rückstand in sechste US Open



Ganze 18 Tage hat Dominic Thiem nach seinem Viertelfinal-Aus in Montreal gegen Daniil Medwedew (RUS) kein Match mehr bestritten. Ein bereits in Kanada spürbar gewordener viraler Infekt hat den Weltranglisten-Vierten seine US-Open-Vorbereitung gekostet. Nun kehrt der 25-jährige Niederösterreicher am Dienstag (2. Match n. 18.00 Uhr MESZ/live ORF Sport +) gegen Thomas Fabbiano auf den Court zurück.

Im Gegensatz zum Vorjahr, als Thiem ebenfalls wegen einer Viruserkrankung auf Cincinnati unmittelbar vor den US Open hatte verzichten müssen, tat sich der zweifache French-Open-Finalist diesmal weit schwerer, die Krankheit abzuschütteln. Der Genesungsprozess war viel langsamer, Thiem cancelte am Donnerstag das Nachmittagstraining, den gesamten Freitag samt Medien- und Sponsorenterminen und er sagte auch am Samstag ein geplantes Training mit Rafael Nadal ab.

Die Ausgangslage könnte für den am 3. September 26 Jahre alt werden den Lichtenwörther also kaum schlechter sein. Erst am Sonntag gab es wieder ein Lebenszeichen Thiems. „Es geht aufwärts“, ließ der Kitzbühel-Sieger über seine Management mitteilen. „Fest steht, dass ich am Dienstag spielen werde. Ich hab mich relativ gut erholt, weil ich in den letzten Tagen extrem aufgepasst habe und auch alle anderen Termine abgesagt wurden.“ Thiem konstatierte aber einen klaren Aufwärtstrend. Er habe den Ball „richtig gut am Schläger, mein Gefühl ist sehr gut“.

Nach einem einstündigen Training mit Marcelo Arevalo aus El Salvador gab Thiem noch einen kurzen letzten Einblick in seine aktuelle Verfassung. „Es geht. Ich bin immer noch nicht auf 100 Prozent. Sicher bin ich heiß drauf, aber ich muss natürlich schauen, wie der körperliche Zustand ist. Die letzten drei Tage waren eigentlich okay, aber es waren halt auch nur drei Tage“, erklärte Thiem im Gespräch mit der APA.

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Das Match könne er auf jeden Fall spielen. „Aber ich habe keine Ahnung wie gut ich spielen werde oder wie gut ich das körperlich durchstehe. Mein Ziel ist natürlich, die erste Runde irgendwie zu überstehen und dann wäre ein freier Tag. So gebe ich mir selber noch Zeit, dass ich dann irgendwann im Turnier voll fit bin, aber es kann natürlich auch morgen vorbei sein.“

Von den Schlägen her sah das Montag-Training in Flushing Meadows gut aus, Thiem musste allerdings doch immer wieder auch länger durchatmen. Daher scheint die Taktik auch klar: Möglichst schnell auf Punkt zu spielen. „Ja, keine langen Rallyes gehen, so wenig körperliche Kraft wie möglich verbrauchen. Aber natürlich geht es nicht ohne. Ich werde schauen, dass ich schon eine große Intensität gehe, aber doch die Ballwechsel nicht allzu lang halte.“

Gegen Thomas Fabbiano, aktuell Nummer 87 der Welt, hat er zumindest keine ganz große Erstrundenhürde erhalten. Der 30-jährige Rechtshänder aus Italien ist unter normalen Umständen klarer Außenseiter gegen Thiem.

Der Weltranglisten-Vierte hat sich jedenfalls schon am Sonntag mit seinem Coach Nicolas Massu im größten Tennis-Stadion der Welt, dem Arthur Ashe Stadium, an die überdimensionalen Verhältnisse gewöhnt. Dass er gleich sein erstes Match im 23.771 Zuschauer fassenden Stadion bestreitet, zeigt doch auch, dass er auch bei den Organisatoren ganz oben angekommen ist.

Der Titel beim Masters-1000-Turnier in Indian Wells dieses Jahr hat die Popularität Thiems jedenfalls steigern lassen. Doch dies alles ändert freilich nichts daran, dass Thiem selbst mit einigen Fragezeichen am Dienstag auf den Platz marschiert. „Bei einem Grand Slam geht es über fünf Sätze, da muss man körperlich einfach top drauf sein. Sonst ist man schnell weg.“

Das gilt es für den Vorjahres-Viertelfinalisten bei den US Open freilich zu verhindern. Der 30-jährige Fabbiano befindet sich jedenfalls nicht in Hochform, und hat sowohl in Kitzbühel als auch in Winston-Salem gleich in Runde eins verloren. Schüttelt Thiem den „Rost“ von zweieinhalb matchlosen Wochen gut ab und ist sein Körper wieder fit, sollte einer zweiten Runde nichts entgegenstehen. In dieser würde es am Donnerstag entweder gegen den Kasachen Alexander Bublik oder den kolumbianischen Qualifikanten Santiago Giraldo gehen.




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