Letztes Update am Di, 27.08.2019 07:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach erstem Judo-Kampf gibt Polleres bei WM „Vollgas“



Michaela Polleres ist für ihre erste Medaille auf WM-Ebene bereit. Die Vierte der Judo-Weltrangliste in der Kategorie bis 70 Kilogramm will mit einem Spitzenplatz in Tokio auch den Olympia-Quotenplatz für 2020 absichern. Nach einem Freilos wartet am Donnerstag die Siegerin des Kampfes zwischen Karene Agono Wora aus Gabun und der Irin Megan Fletcher, Polleres braucht drei Siege für den Pool-Erfolg.

Laut Papierform würde im Pool-Finale die Britin Gemma Howell warten, sie ist so etwas wie eine Angstgegnerin der 22-jährigen Niederösterreicherin, die in allen drei Kämpfen 2018 und in den zwei 2019 unterlegen war. „Ich habe oft gegen sie verloren. Aber ich bin besser geworden“, zeigte sich Polleres im APA-Gespräch zuversichtlich. Die vier Pool-Siegerinnen gehen ins Halbfinale mit der Chance auf Gold, die Pool-Verliererinnen machen in der Runde um die zwei Bronzemedaillen weiter.

2018 war Polleres bei der WM unplatziert geblieben, hatte nach einem Freilos eine Niederlage gegen Fletcher kassiert - die möglicherweise auch heuer wartet. Bei einer Begegnung 2017 war Polleres aber als Siegerin von der Matte gegangen.

Nach ihrem insgesamt gesehen bisher stärkten Jahr 2018 mit u.a. einem dritten Platz beim Masters fühlt sich Polleres für den Saisonhöhepunkt und das wichtigste Turnier vor den Sommerspielen top vorbereitet. Wichtig wird im traditionsreichen „Nippon Budokan“ der Start ins Turnier sein. „Der erste Kampf ist der allerwichtigste. Ich komme von Kampf zu Kampf mehr rein. Ich konzentriere mich vorerst nur darauf, den ersten Kampf zu überstehen, dann gebe ich Vollgas.“

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Sie sei nie übertrieben nervös, aber vom Kopf her müsse sie sich so einstellen, dass sie nicht zu lange warte und von selbst angreife. Ihr große Stärke ist das Kontern. Wer aber zu lange wartet, dem droht ein Shido, eine kleine Strafe. Bekommt sie es mit einer komplett neuen Gegnerin auf der Matte zu tun, genügt es Polleres, zwei Stärken und zwei Schwächen von dieser zu kennen.

Ihre bisherigen Medaillen sammelte Polleres in verschiedenen Altersstufen. 2014 holte sie als 16-Jährige Silber bei der U18-EM in Athen und Bronze in Nanjing bei den Olympischen Jugendspielen. 2015 eroberte sie bei der U21-Heim-EM in Oberwart ebenfalls Bronze, 2017 folgte bei der U21-EM in Maribor und bei der U23-EM in Podgorica jeweils Silber sowie Bronze bei der U21-WM in Zagreb. 2018 wurde sie in Gyor U23-Europameisterin sowie Dritte in der Allgemeinen Klasse bei der EM in Tel Aviv. Heuer kam Bronze bei der EM in Minsk im Mixed-Teambewerb dazu.

Polleres, die keine Probleme beim Gewichtmachen hat („Das geht alleine runter“), hat von ihrer Aufnahme im Heeressport 2016 profitiert. „Da habe ich eigentlich erst so richtig mit dem Training angefangen, viel Krafttraining und Judotechnik, eine Kombi aus allem. Es braucht Zeit, bis das Wirkung zeigt.“ Ihr Heimtrainer Adi Zeltner ist bei der WM nicht dabei. „Aber man kann sich ja zusammenrufen“, will sie sich mit ihrer Vertrauensperson freilich beraten.




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