Letztes Update am Di, 27.08.2019 10:24

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Melzer vor Doppel-Auftakt mit Marach: „Die Form stimmt“



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Vor acht Jahren stand Jürgen Melzer im Einzel noch knapp in den Top 20, seinen größten Erfolg feierte er 2011 allerdings bei den US Open im Doppel: An der Seite des Deutschen Philipp Petzschner holte er nach Wimbledon 2010 auch in Flushing Meadows den Grand-Slam-Titel. Nun ist er erstmals als reiner Doppel-Spezialist nach New York zurückgekommen und tritt mit Oliver Marach an.

Ob man dieselbe Anspannung vor einem Major verspürt wie früher im Single, beantwortete Melzer im Gespräch mit der APA nach kurzem Nachdenken eindeutig. „Nicht ganz. Man kommt schon ein bisschen anders her, wenn man im Einzel auch dabei ist. Es ist ein bisserl mehr Druck, wenn du nur Einzel spielst oder beides. Aber trotzdem es ist ein Grand Slam, wo man gut abschneiden will“, erklärte der mittlerweile 38-jährige Niederösterreicher.

Das Duo Marach/Melzer hat nach dem ersten gemeinsamen Titel in Hamburg (Melzers 16. Doppel-Titel, Marachs 23.) seit Beginn der Hartplatz-Saison zwar nur einen Sieg in drei Turnieren eingefahren, dennoch sieht Melzer optimistisch in die Zukunft. „Wir haben im Sommer gut auf Sand gespielt und jetzt letzte Woche eigentlich ein gutes Turnier gespielt“, meinte der frühere French-Open-Halbfinalist im Einzel. „Wir sind, glaube ich, als besseres Team im Viertelfinale ausgeschieden“, erinnerte er an den Auftritt in Winston-Salem unmittelbar vor den US Open.

„Die Form stimmt. Es hängt viel davon ab, wie wir ins Turnier starten. Wir haben letzte Woche echt gut gespielt. Wenn es uns gelingt, die Leistung da vor allem nicht mit Entscheidungspunkten und Super Tiebreaks bringen zu müssen, sondern wirklich über drei Sätze hinweg, ist das ein Vorteil für uns“, glaubt Melzer vor dem ersten Einsatz gegen die Paarung Michail Kukuschkin/Andrej Rublew (KAZ/RUS). Marach/Melzer haben es gerade noch in die Gesetztenliste geschafft. „Aber es gibt schon ein paar ungesetzte Teams, die sehr unangenehm sein können.“

Das Ziel ist für den Deutsch Wagramer klar: „Spät (Weit) ins Turnier reinzukommen. So ein Viertel- oder Semi-Finale ist das, was wir anstreben.“ Und der Kreis schließt sich ein wenig auch, denn Petzschner, der gute Freund Melzers, ist bei den US Open nun interimsmäßig auch als Coach für das Österreicher-Gespann vor Ort. „Der Petzsche kennt mich halt sehr gut. Gut, dass wir jemanden haben, der gegen viele Teams auch noch gespielt hat.“

Petzschner ersetzt vorläufig Thomas Strengberger, der wegen eines lange geplanten Urlaubs nicht vor Ort sein kann. Einen Coach zu haben, hält Melzer für wichtig. „Ich glaube generell, dass es gut ist für ein Doppelteam, wenn man es sich leisten kann, dass du jemanden hast, der einfach in der Mitte steht“, sagt Melzer und erklärt das auch gleich eindringlich. „Wenn dir die ganze Zeit dein Partner sagt, was du falsch machst, und du hast vielleicht einen schlechten Tag, dann ist es einfacher, wenn es eine dritte Person macht“, erzählte er mit einem Schmunzeln.

Für Marach/Melzer geht es in weiterer Ferne natürlich auch um einen erhofften Platz bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Da es in Wimbledon (Aus in Runde zwei) beim erst dritten gemeinsamen Antreten seit Beginn der Zusammenarbeit noch nicht so geklappt hat, wären freilich fette Punkte bei den US Open auch in dieser Hinsicht wichtig.




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