Letztes Update am Di, 27.08.2019 13:42

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Syrische Kurden melden Truppen-Abzug von türkischer Grenze



Nach der Vereinbarung zwischen Türkei und USA zur Schaffung einer Pufferzone in Nordsyrien haben die syrischen Kurden verkündet, mit dem Truppen-Abzug von der türkischen Grenze begonnen zu haben. Die Verwaltung der halbautonomen Kurdenregion im Nordosten Syriens teilte mit, dass seit Samstag bei Ras al-Ain Einheiten der Volksverteidigungseinheiten (YPG) und schwere Waffen abgezogen worden seien.

Vertreter Ankaras und Washingtons hatten Anfang August die Schaffung einer „Sicherheitszone“ entlang der türkischen Grenze in Nordsyrien vereinbart. US-Präsident Donald Trump hatte sich Ende vergangenen Jahres für die Schaffung einer solchen Zone ausgesprochen, doch wurden erst jetzt konkrete Schritte zu ihrer Umsetzung getroffen. Die Kurden stimmten ihr grundsätzlich zu, doch sind viele Details weiterhin unklar.

Die Türkei fordert schon seit Jahren die Einrichtung einer Pufferzone in Nordsyrien. Sie sieht die Präsenz der YPG an ihrer Grenze als Bedrohung, da diese eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft. Die Türkei ging seit 2016 zwei Mal gegen die YPG vor und drohte zuletzt mit einer neuen Offensive. Die USA unterstützen die YPG jedoch im Kampf gegen die Jihadisten in Syrien.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist unterdessen zu Syrien-Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau angekommen. Hauptthema des Treffens ist die eskalierende Lage in der letzten Rebellenhochburg in Syrien in der Provinz Idlib. Die Türkei unterstützt dort die Rebellen, Russland ist Schutzmacht der syrischen Regierung. Beide Länder hatten sich in Idlib auf eine Deeskalationszone geeinigt und die Türkei hatte Beobachtungsposten eingerichtet. Seit Ende April rücken aber Truppen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad gegen die Aufständischen vor und haben jüngst auch einen türkischen Posten eingekesselt. Außerdem wurde ein türkischer Konvoi aus der Luft angegriffen.

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Erdogan hatte in einem Telefonat mit Putin am Freitag gewarnt, die Angriffe seien zur Bedrohung für die nationale Sicherheit der Türkei geworden. Die Türkei fürchtet angesichts der syrischen Angriffe auch weitere große Flüchtlingsbewegungen in Richtung türkische Grenze.

Am 16. September soll in Ankara ein weiterer Syrien-Gipfel mit den Staatschefs der Türkei, Russlands und des Iran stattfinden.




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