Letztes Update am Di, 27.08.2019 17:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erdogan zu Syrien-Gesprächen in Moskau



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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Russlands Präsident Wladimir Putin sind einer Lösung der Krise in Nord-Syrien zunächst offenbar nicht nähergekommen. Bei einem kurzfristig anberaumten Treffen am Rand einer Luft- und Raumfahrtmesse in Moskau sagte Erdogan in einer Pressekonferenz am Nachmittag nur: „Wir sprechen über regionale Themen.“

„Die Situation in der Deeskalationszone Idlib bereitet uns und unseren türkischen Partnern ernste Sorgen“, sagte hingegen Putin nach dem Treffen. Sie hätten daher „zusätzlich gemeinsame Schritte“ vereinbart, um die Situation zu „normalisieren“.

Die Spannungen zwischen den Ländern steigen, seitdem in der letzten Rebellenhochburg in Syrien in der Provinz Idlib Truppen von Machthaber Bashar al-Assad in Gegenden vorrücken, in denen die Türkei Beobachtungsposten hat. Einer soll mittlerweile eingekesselt sein. Außerdem wurde vergangene Woche ein türkischer Konvoi aus der Luft angegriffen. Die Türkei unterstützt im Bürgerkrieg in Syrien die Rebellen, Russland ist Schutzmacht der syrischen Regierung. Beide Länder hatten sich in Idlib zunächst auf eine Deeskalationszone geeinigt und die Türkei hatte insgesamt zwölf Posten eingerichtet.

Erdogan hatte in einem Telefonat mit Putin am Freitag gewarnt, die Angriffe seien zur Bedrohung für die nationale Sicherheit der Türkei geworden. Die Türkei fürchtet angesichts der syrischen Angriffe auch weitere große Flüchtlingsbewegungen in Richtung türkische Grenze.

Gleichzeitig versucht die Türkei, mit den USA entlang der syrisch-türkischen Grenze eine sogenannte Sicherheitszone zu etablieren. Die Türkei wünscht sich dort den Rückzug kurdischer Milizen, die sie als Terroristen ansieht, die USA aber als Alliierte betrachten. Sollte das Projekt scheitern, will die Türkei mit Bodentruppen in Nordsyrien einmarschieren, wie Erdogan erst am Montag wieder gedroht hatte.

Die kurdischen Behörden in Syrien haben nach eigenen Angaben mit dem Abzug ihrer Kämpfer von der Grenze zur Türkei begonnen. Bereits am Samstag seien Sandbarrikaden im Grenzort Ras al-Ain abgebaut und eine Gruppe der kurdischen Volksschutzeinheiten YPG mit schweren Waffen von dort abgezogen worden, teilte die kurdische Selbstverwaltung in Nord-Ost-Syrien am Dienstag mit. Gleiches gelte für den Grenzort Tell Abiad.




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