Letztes Update am Do, 29.08.2019 20:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Salzburg in Königsklasse gegen Titelverteidiger Liverpool



Auf Fußball-Serienmeister Red Bull Salzburg wartet bei der Premiere in der Champions League ein absoluter Leckerbissen. Die „Bullen“ bekamen bei der Auslosung am Donnerstagabend im Grimaldi Forum in Monaco den englischen Titelverteidiger Liverpool zugelost. Zudem kommt es in der Gruppe E zu einem Wiedersehen mit Italiens Vizemeister SSC Napoli. Dritter Gegner ist Belgiens Champion KRC Genk.

„Es ist eine geile Gruppe mit guten Gegnern“, sagte Salzburg-Trainer Jesse Marsch. Der US-Amerikaner hatte die Auslosung gemeinsam mit dem Team und Club-Verantwortlichen im Trainingszentrum in Taxham verfolgt. Der Jubel war vor allem angesichts des anstehenden Aufeinandertreffens mit Liverpool riesengroß. „Mit Liverpool haben wir das große Los gezogen“, betonte Geschäftsführer Stephan Reiter.

Die Spieler sahen das genauso. „Wir sind zufrieden mit der Gruppe, jeder Spieler hat ein Grinsen im Gesicht“, berichtete Kapitän Andreas Ulmer. Das Duell an der Anfield Road kann er wie viele andere Akteure kaum erwarten. „Ich würde schon sagen, dass das ein Highlight ist“, sagte der Linksverteidiger. Dabei kommt es zum Aufeinandertreffen mit ehemaligen Weggefährten. Sadio Mane ist bei Liverpool mittlerweile zum Weltklasse-Spieler gereift, mit Naby Keita ist bei den „Reds“ ein weiterer Ex-Salzburger im Einsatz. Ulmer wollte ihnen in nächster Zeit auf jeden Fall ein Video zukommen lassen.

Liverpool holte vergangene Saison zwar beeindruckende 97 Punkte in der Premier League, musste sich aber einen Zähler hinter Manchester City mit dem Vizemeistertitel zufriedengeben. In der „Königsklasse“ triumphierte die Mannschaft des deutschen Kult-Trainers Jürgen Klopp mit einem 2:0-Finalsieg gegen den Liga-Konkurrenten Tottenham. Diese Saison gab es für Liverpool mit einem im Elfmeterschießen fixierten Erfolg im europäischen Supercup gegen Chelsea bereits den nächsten Titel.

„Liverpool ist ein Topgegner, der in allen Bereichen gut ist. Die Art und Weise, wie Liverpool spielt, ist super, das ist ein Vorbild für die Zukunft im Fußball“, sagte Marsch. Sein Team sei dem des CL-Siegers „ein bisschen ähnlich“. „Wir werden alles reinwerfen, was wir haben“, versprach der „Bullen“-Trainer. Er freut sich auf den Auftritt an der Anfield Road auch aus einem persönlichen Grund. „Es war das erste europäische Stadion, in dem ich in meinem Leben war. Ich war damals 14. Das Stadion ist supergeil“, gab Marsch Einblick.

Gegen Napoli bekommen die Salzburger die Chance zur Revanche. Im Achtelfinale der Europa League war im März 2019 nach einem Auswärts-0:3 trotz eines Heim-3:1 das Aus gekommen. „Man hat ja gesehen, wie wir daheim aufgetreten sind, wie wir da Fußball gespielt haben. Ich denke, dass wir das jetzt wiederholen können und ich bin auch überzeugt, dass wir auch bei Napoli eine gute Leistung abrufen werden können“, blickte Ulmer dem Duell mit Napoli positiv entgegen.

Gecoacht werden die Italiener nach wie vor von Carlo Ancelotti. Der 60-Jährige ist wie Klopp eine absolute Trainer-Größe. „Das sind Top-Top-Trainer, vielleicht zwei von den besten Trainern in Europa in den letzten 10 oder 20 Jahren. In der Vorbereitung ist aber nur die Leistung der Mannschaft relevant, der Fokus liegt nicht auf den Trainern“, sagte Marsch.

Genk ist für Salzburg zwar Neuland, für österreichische Teams aber nicht. Rapid bekam es etwa 2013 und 2016 in der Europa League mit den Belgiern zu tun. „Ich habe eine paar Spiele von Genk gesehen, sie sind aggressiv, gut im Ballbesitz, sie haben sicher eine gute Mannschaft“, analysierte Marsch. Laut Reiter sei der belgische Meister „vielleicht auf Augenhöhe“ mit Club Brügge zu stellen. Brügge schaltete zuletzt im Play-off den LASK aus.

Die Salzburger peilen zumindest den Umstieg in die Europa League an, den der Dritte schafft. „Auf uns wartet eine große Herausforderung. Wir haben aber eine gute Mannschaft mit viel Potenzial. Wir haben gegen jeden Gegner unsere Möglichkeiten, wenn wir eine Topleistung bringen, aber es wird natürlich schwer“, verlautete der Salzburg-Coach.

Die Salzburger wurden aus Topf drei gezogen, als „Glücksengel“ fungierten Ex-Niederlande-Teamspieler Wesley Sneijder und Ex-Tschechien-Teamgoalie Petr Cech. Die Gruppenphase der „Königsklasse“ startet am 17. und 18. September. Der Spielplan steht spätestens am Freitag fest. Die Salzburger haben diesbezüglich keine Wünsche. „Das ist nicht so wichtig“, meinte Marsch. Alle Partien in der Red Bull Arena sind schon jetzt mit fast 30.000 Zuschauern ausverkauft.

Die Auslosung brachte auch einige hochkarätig besetzte Gruppen. Der FC Barcelona, Borussia Dortmund und Inter Mailand mit Valentino Lazaro wurden in Gruppe F gezogen, für das nach zwölfjähriger Pause wieder in der „Königsklasse“ vertretene Slavia Prag dürfte da nicht viel zu holen sein.

Etwas Brisanz verspricht auch die Gruppe A, wo Paris Saint-Germain, Real Madrid, Galatasaray und LASK-Bezwinger Brügge aufeinandertreffen. David Alaba und sein Club FC Bayern bekommen es in Pool B mit dem Vorsaison-Finalisten Tottenham sowie Olympiakos und Roter Stern Belgrad zu tun.

Alabas Landsleute Julian Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic und Ramazan Özcan treten in Gruppe D mit Bayer Leverkusen gegen Juventus Turin, Atletico Madrid und Lok Moskau an. Gegner von Dinamo Zagreb, wo der Österreicher Emir Dilaver engagiert ist, sind Manchester City, Schachtar Donezk und Atalanta Bergamo.

Losglück hatte RB Leipzig mit den ÖFB-Internationalen Marcel Sabitzer, Konrad Laimer, Stefan Ilsanker und dem noch monatelang nicht fitten Hannes Wolf. Die aus dem vierten und letzten Topf gezogenen Sachsen kämpfen in Gruppe G gegen Zenit St. Petersburg, Benfica Lissabon und Olympique Lyon um die beiden Plätze im Achtelfinale.




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