Letztes Update am Sa, 31.08.2019 08:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Fahnder zerschlugen Drogenhändlerring



Mit einer großangelegten Razzia gegen Drogenschmuggler in mehreren US-Staaten haben Fahnder einen weit verzweigten Rauschgifthändlerring zerschlagen. Bei dem dreitägigen Einsatz seien unter anderem 30 Kilogramm Fentanyl sichergestellt worden - diese Menge des berüchtigten Schmerzmittels hätte laut Mitteilung des US-Justizministeriums genügt, „um mehr als 14 Millionen Menschen zu töten“.

Fentanyl gilt als 30 bis 50 Mal so stark wie Heroin und 50 bis 100 Mal so stark wie Morphium. Die mehr als 120 eingesetzten Ermittler stellten den Angaben zufolge auch 35 Kilogramm Heroin und Kokain sicher sowie dutzende Schusswaffen und umgerechnet über 630 000 Euro Bargeld. Fast 40 Verdächtige wurden festgenommen - gegen sie wird nun unter anderem wegen Drogenhandels, Geldwäsche und illegalem Waffenbesitz ermittelt. Drehkreuz ihrer Aktivitäten war laut Mitteilung des Ministeriums vom Donnerstag der Bundesstaat Virginia. Die Drogen stammten teils aus Mexiko und wurden in Geheimfächern speziell präparierter Autos und Lastwagen versteckt.

Die Sucht nach Schmerzmitteln wie Fentanyl und Oxycontin, sogenannten Opioiden, ist ein gewaltiges Problem in den USA - besonders schwer betroffen sind West Virginia, Ohio und Kentucky. Allein in den vergangenen fünf Jahren gab es mehr als 200.000 Todesfälle durch Überdosen. In manchen Städten ist ein Viertel der Bevölkerung abhängig und damit auch unfähig, zu arbeiten oder sich um die Familie zu kümmern. Die Krise betrifft alle Altersgruppen und sozialen Schichten.




Kommentieren