Letztes Update am Sa, 31.08.2019 11:14

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA belegen iranischen Tanker mit Sanktionen



Die USA haben den iranischen Öltanker „Adrian Darya-1“ und den Kapitän des Schiffs mit Sanktionen belegt. Damit könnte die US-Regierung in einem nächsten Schritt auch Strafmaßnahmen gegen Häfen oder Unternehmen verhängen, die sich auf Geschäfte mit dem Supertanker einlassen.

Nach US-Angaben steht der Frachter im Dienst der Iranischen Revolutionsgarden, die von Washington als Terrororganisation eingestuft werden. Das Schiff ist seit Mitte August im Mittelmeer unterwegs und konnte - auch wegen des Drucks der US-Regierung - bisher noch keinen Hafen anlaufen.

„Das sollte eine Lektion für jeden sein, der versucht ist dabei zu helfen, iranisches Öl an das mörderische Assad-Regime zu schicken“, schrieb der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, am Freitag auf Twitter zu den Sanktionen gegen das Schiff und Kapitän Akhilesh Kumar.

Das Schiff war mehr als sechs Wochen lang in Gibraltar unter dem Vorwurf festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets an der Südspitze der iberischen Halbinsel gab den Tanker schließlich frei. Das Schiff schien am Freitag auf dem Weg zum türkischen Hafen von Iskenderun zu sein. Iskenderun liegt rund 30 Kilometer von der syrisch-türkischen Grenze entfernt. Türkischen Medienberichten zufolge schien das Schiff den Libanon anzusteuern.

Der Iran demntiierte unterdessen am samstag US-Angaben über einen Unfall bei den Vorbereitungen für den Start des Kommunikationssatelliten Nahid-1. Telekommunikationsminister Mohammad Javad Azari Jahromi machte sich auch über US-Präsident Donald Trump lustig, der am Freitag via Twitter von einem „katastrophalen Unfall“ während der Startvorbereitungen gesprochen hatte.

„Ich und der Nahid-1 jetzt, guten Morgen Donald Trump“, twitterte Jahromi am Samstag mit einem Selfie von sich und dem Satelliten.

Nach Angaben privater US-Satellitendienste hatte es am Donnerstag eine Explosion in einer iranischen Weltraumanlage gegeben. Dabei soll eine Rakete explodiert sein, die Nahid-1 ins All schicken sollte. Trump bestritt in seinem Tweet eine US-Verwicklung und fügte in ironischem Ton hinzu, er hoffe, dass der Iran die Ursache für den Vorfall bald klären könne.

„Nahid-1 geht es gut und wir machen gerade die finalen Tests, bevor wir ihn dem Verteidigungsministerium übergeben“, sagte Jahromi der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Der Minister hatte iranische Medien am Samstag in die Teheraner Raumfahrtzentrale eingeladen, um zu versichern, dass der Nahid-1-Satellit heil sei. Nach Angaben von Jahromi muss auch das Verteidigungsministerium noch einige Tests durchführen, bevor Nahid-1 ins All geschickt werden könne.

Nach zwei gescheiterten Anläufen in diesem Jahr plant der Iran voraussichtlich Ende September einen erneuten Satellitenstart. Nach Angaben Teherans soll der Satellit Nahid-1 wissenschaftliche Daten zu Wetter und Landwirtschaft liefern und keine militärischen Ziele verfolgen. Daher stehe der Einsatz im Einklang mit internationalen Vorschriften. Die USA und Israel sehen jedoch solche Starts kritisch, weil sie befürchten, dass der Iran die Raumfahrttechnik zum Bau militärischer Langstreckenraketen nutzen könnte.




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