Letztes Update am Sa, 31.08.2019 13:28

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖRV-Boote zeigten in Olympia-Klassen mit C-Finalsiegen auf



Nach einem Sextett am Vortag hatten am Samstag fünf weitere österreichische Boote ihre letzten Rennen bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Ottensheim. Dabei zeigten bei den Herren der Leichtgewichts-Doppelzweier und der Vierer ohne mit Siegen im C-Finale auf, der Doppelvierer wurde C-Final-Zweiter. Das bedeutet die Endränge 13 bzw. 14. Am Sonntag ist nur noch Magdalena Lobnig im B-Final-Einsatz.

Die rot-weiß-roten Einsätze am vorletzten WM-Tag wurden innerhalb von nur rund 80 Minuten abgespult. Für die beiden C-Finalsieger waren die Erfolge eine gute Bestätigung für ihre Ambition, im Frühjahr den in Ottensheim verpassten Olympia-Quotenplatz zu holen. Dafür wäre der siebente bzw. achte WM-Rang nötig gewesen. Der Doppelvierer wird es im Mai in Luzern ebenso versuchen, der Fokus des jungen Teams geht aber eher in Richtung Spiele 2024 in Paris.

Der LG-Doppelzweier Matthias Taborsky/Julian Schöberl hat sich nach der Enttäuschung des verpassten Semifinales gefangen, das noch bestmögliche Ergebnis geholt. „Wir wollten locker im Boot sitzen, nicht so eine Hektik im Schlag drinnen haben“, sagte Taborsky. „Wir wollten Konstanz reinbringen, das ist uns super gelungen. So kann man sich vernünftig verabschieden von der WM.“ Schöberl sprach den starken Willen an, mit dem der Sieg errungen wurde.

Österreichs Cheftrainer Carsten Hassing lobte die Leistung als eine viel bessere als im Viertelfinale, während sich bei der Besatzung des Vierer ohne ÖRV-Präsident Horst Nussbaumer als erster Gratulant einstellte. „Das war ein Schlag ins Gesicht“, erinnerte Ferdinand Querfeld an das Scheitern am Semifinaleinzug. „Aber jetzt bin ich stolz auf die Mannschaft.“ Die Neuseeländer als erste Verfolger wurden sicher um 2,21 Sekunden distanziert.

„Wir haben noch ein bisschen etwas an der Technik gemacht, sind ein bisschen cooler geworden, mit mehr Ruhe ins Rennen gegangen, haben stressfrei und kontrolliert gewonnen“, verdeutlichte Rudolph Querfeld, auch mit Gabriel Hohensasser und Maximilian Kohlmayr im Team. Bruder Ferdinand wagte schon einen Ausblick auf die olympische Restquoten-Regatta im Mai: „Wir haben das Selbstvertrauen, dass wir das schaffen können.“

Der Doppelvierer wiederum musste sich in seinem C-Finale nur einem US-Quartett geschlagen geben. Jörg und Armin Auerbach, Julian Brabec und Thomas Lehner konnten mit diesem Abschneiden gut leben. Der größere Fokus liegt ohnehin in der mittelfristigen Zukunft: „Wir haben Blut geleckt und sind jetzt hungrig auf mehr“, ließ Armin Auerbach keinen Zweifel an den großen Zielen. Laut Lehner gelte es vor allem, an Watt-Zahlen und Kraft aufzuholen.

Gibt es für die beiden Vierer nur noch Mitte Mai in Luzern eine Olympia-Quali-Chance, dürfen der LG-Doppelzweier und auch Lukas Reim im schweren Einer schon Ende April in Varese wieder ran. Der Sohn eines aus der ehemaligen DDR stammenden und ihn coachenden Ex-Ruderers und einer Österreicherin wurde im E-Finale Vierter, belegte Endrang 27. Als erst 21-Jähriger erreicht der in Bayern lebende Reim seine besten Ruder-Jahre erst Mitte der Zwanzigerjahre.

Schließlich war am Samstag auch noch ein österreichisches Para-Boot im Einsatz. Johanna Beyer und David Erkinger - am Vortag Silbermedaillengewinner im Mix-Doppelzweier - wurden mit Maria Dorn und Tobias Höller im C-Finale des Mix-Doppelvierers mit Steuerfrau Fünfte und damit Gesamt-17. In dieser paralympischen Klasse geht es im Frühjahr in Italien um Restquoten-Tickets für die Tokio-Paralympics.




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