Letztes Update am Sa, 31.08.2019 15:21

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kursänderung von Hurrikan „Dorian: Gefahr aber nicht gebannt



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Der gefährliche Hurrikan „Dorian“ hat seinen Kurs erneut geändert und wird offenbar nicht mehr direkt auf die Küste im US-Bundesstaat Florida treffen. Möglicherweise bleibe er über dem westlichen Atlantik, es könne jedoch bisher keine Entwarnung gegeben werden, erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum am Samstag.

„Dorian“, ein Hurrikan der Stärke vier von fünf, soll laut den Berechnungen am Dienstag in Küstennähe nördlich abdrehen und sich abschwächen. In Teilen Floridas müsse Anfang nächster Woche aber weiterhin mit gefährlichen Überflutungen und zerstörerischen Winden gerechnet werden. Dies gelte auch für die nördlicheren US-Bundesstaaten Georgia und South Carolina.

Trifft „Dorian“ doch auf Land, wäre das für die Ostküste Floridas der stärkste Sturm seit mehr als zwei Jahrzehnten. Weil der genaue Weg des Wirbelsturms immer noch nicht absehbar ist, werden die Behörden wohl erst am Sonntag über mögliche Evakuierungen entscheiden, wie Präsident Donald Trump im Weißen Hause erklärte.

Es könnte ein „Rekord-Hurikan“ werden, warnte er. „Es könnte einer der bisher größten sein. Bis jetzt, muss ich ganz ehrlich sagen, sieht es nicht gut aus“, sagte der Präsident. Trump flog am Freitagabend (Ortszeit) nach Camp David, zum Landsitz der US-Präsidenten. Er werde am Sonntagmittag wieder zurück sein, um die Bemühungen der Behörden vor Ankunft des Sturms zu koordinieren, sagte Trump.

Am Freitag hatte der Sturm Windgeschwindigkeit von bis zu 220 Stundenkilometern erreicht. Der Regierungschef der Bahamas, Hubert Minnis, rief die Bevölkerung der Inselkette im Atlantik auf, sich in Sicherheit zu bringen. Wer Evakuierungsaufforderungen missachte, „bringt sich selbst in sehr große Gefahr“, warnte Minnis. „Seien Sie nicht dumm und versuchen Sie nicht, diesem Hurrikan die Stirn zu bieten“, mahnte der Premierminister. „Sie könnten mit Ihrem Leben dafür bezahlen.“

Der Flughafen von Orlando beim Freizeitpark Disney World in Florida kündigte die Einstellung des Flugbetriebs ab der Nacht auf Montag an. Bewohner machten Hamsterkäufe und verrammelten ihre Fenster. Vor Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Die US-Raumfahrtbehörde NASA erklärte, aus Sicherheitsgründen werde eine Raketen-Startrampe am Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral in einen Hangar gebracht.

Ein Hurrikan der Kategorie vier bringt typischerweise zerstörerische Winde mit sich, die katastrophale Schäden anrichten. Häuser dürften leicht abgedeckt werden, viele Bäume und Strommasten einknicken unter dem Druck der Böen, die bis zu 250 Kilometer pro Stunde erreichen können. In der Folge könnten betroffene Gebiete für Tage oder gar Wochen ohne Strom und unbewohnbar sein, wie die US-Behörden warnen. Der Hurrikan wird auch heftigen Regen mit sich bringen und zu Überschwemmungen führen.

„Dorian“ sammelte über dem rund 29 Grad Celsius warmen Wasser des Atlantiks weiter Kraft. Das Zentrum des Sturms bewegte sich langsam in Richtung der nördlichen Bahamas. Der Sturm erreichte schon am Freitagabend (Ortszeit) Windgeschwindigkeiten von rund 215 Kilometern pro Stunde.

Trump hatte am Donnerstag die Befürchtung geäußert, dass der Wirbelsturm genauso folgenreich werden könnte wie einst Hurrikan „Andrew“ - oder gar noch schlimmer. Als „Andrew“ 1992 als Sturm der Kategorie fünf auf die Ostküste Floridas traf, kamen Dutzende Menschen ums Leben. Die Schäden in verschiedenen US-Staaten beliefen sich damals auf rund 43 Milliarden US-Dollar (39 Mrd. Euro).

Die Sturmwarnung trifft die USA an einem verlängerten Wochenende - am Montag ist dort ein Feiertag. Einige Fluggesellschaften ließen Passagiere Flüge kostenlos umbuchen, wie US-Medien berichteten.




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