Letztes Update am Sa, 31.08.2019 16:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


40 Jihadisten bei Raketenangriff in Idlib getötet



Wenige Stunden nach dem Inkrafttreten einer neuen Waffenruhe sind in der umkämpften Provinz Idlib im Nordwesten Syriens nach Angaben von Aktivisten mindestens 40 Jihadisten bei einem Raketenangriff getötet worden. Der Angriff am Samstag habe einem Treffen von Anführern mehrerer Jihadistengruppen in einem Trainingslager gegolten, teilte die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ mit.

Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Unklar blieb auch, ob die Raketen von Kampfflugzeugen oder von militärischen Stellungen am Boden abgefeuert wurden. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort, von unabhängiger Seite sind sie kaum zu überprüfen.

Kurz zuvor war in Idlib eine neue Waffenruhe in Kraft getreten. „Es sind keine Kampfflugzeuge am Himmel und die Luftangriffe haben aufgehört“, so der Leiter der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Auch die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen seien eingestellt worden.

Es gebe aber weiterhin Artillerie- und Raketenangriffe, hieß es. Die einseitige Waffenruhe der Regierungstruppen war am Freitag von Russland, dem wichtigsten Verbündeten von Machthaber Bashar al-Assad, verkündet worden. Die russische Armee forderte die Jihadisten und Rebellen in der Region auf, sich ab 06.00 Uhr Ortszeit der Feuerpause der syrischen Regierungstruppen anzuschließen.

Russland und die Türkei hatten bereits im September 2018 eine Waffenruhe für Idlib ausgehandelt. Mit dem Abkommen wurde eine drohende Offensive der Regierungstruppen abgewendet, es wurde aber nie komplett umgesetzt. Seit Ende April geht die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe wieder verstärkt gegen die Jihadisten und Rebellen in Idlib vor.

Der Großteil von Idlib wird von der Rebellengruppe Hayat Tahrir al-Sham (HTS) kontrolliert, die aus dem syrischen Al-Kaida-Ableger hervorgegangen ist. Vergangene Woche eroberte die Armee die strategisch wichtige Stadt Khan Sheikhoun. Eine Anfang August ausgerufene Waffenruhe in Idlib hielt nur drei Tage lang.

In dem seit mehr als acht Jahren andauernden syrischen Bürgerkrieg wurden immer wieder Waffenruhen vereinbart, doch wurden sie meist nicht umgesetzt oder von den Konfliktparteien rasch wieder gebrochen.




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