Letztes Update am Sa, 31.08.2019 17:39

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zehn Tote nach Selbstmordattentat im afghanischen Kunduz



Inmitten der andauernden Gefechte um die nordafghanische Provinzhauptstadt Kunduz hat sich im Zentrum der Stadt ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Das berichteten lokale Medien am Samstag. Demnach brachte der Angreifer seine Sprengstoffweste zur Detonation, als sich mehrere Sicherheitskräfte an einem Ort versammelt hatten. Mindestens zehn Menschen wurden laut Medienberichten getötet.

Mehrere weitere wurden verletzt, wie der lokale TV-Sender ToloNews berichtete. Die Taliban reklamierten den Anschlag für sich. Taliban-Sprecher Zabiullah Mujahid schrieb auf Twitter, ein „Märtyrerangriff“ im Zentrum von Kunduz habe den Polizeichef der Stadt sowie Spezialkräfte zum Ziel gehabt.

In der Nacht zu Samstag hatten Hunderte Taliban-Kämpfer einen Großangriff auf die Stadt Kunduz begonnen. Sie nahmen mehrere Einrichtungen und Stadtgebiete ein, verschanzten sich in Häusern und lieferten sich Gefechte mit den Sicherheitskräften. Laut Regierungsvertretern drangen sie auch in ein Krankenhaus ein. Luftschläge auf Taliban-Positionen hatten deren Vorstöße verlangsamt. Mehrere Zivilisten und Sicherheitskräfte sollen bei den Gefechten getötet worden sein, allerdings ist die genau Zahl unklar. Laut Reuters kamen mindestens drei Zivilisten ums Leben, 41 Verletzte wurden in Krankenhäusern eingeliefert.

Die Taliban kontrollieren weite Teile der Provinz Kunduz. Der Angriff auf die Provinzhauptstadt erfolgte zu einer Zeit, in der die Gespräche zwischen den Taliban und den USA im Golfemirat Katar über eine politische Lösung des seit fast 18 Jahren andauernden Konflikts in einer entscheidenden Phase waren. Zuletzt hatten sich beide Seiten optimistisch gezeigt, bald ein Abkommen erzielen zu können. US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, die Verhandlungen mit den Taliban liefen gut.




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