Letztes Update am So, 01.09.2019 10:39

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hunderte Demonstranten am Hongkonger Flughafen



Nach den schweren Zusammenstößen bei Massenprotesten in Hongkong haben sich am Sonntag wieder hunderte Demonstranten zu Protestaktionen am Flughafen der chinesischen Sonderverwaltungszone versammelt.

Schwarzgekleidete Aktivisten, die sich mit Regenschirmen gegen Überwachungskameras abschirmten, errichteten Barrikaden am Busbahnhof des Flughafens und versuchten die größte Zufahrtsstraße zum Terminal zu blockieren. Die Betreiber des Airport Express stellten daraufhin den Zugverkehr zum Flughafen ein.

Die Flughafenbehörden erwirkten eine einstweilige Verfügung gegen Demonstrationen auf dem Gelände. Die Polizei riegelte Zugänge mit hohen Zäunen ab. Eine Flughafenmitarbeiterin verlas die Verfügung über Lautsprecher. Dennoch wollten die Demonstranten nicht weichen. Vielmehr bauten sie eigene Barrikaden. Schon vor drei Wochen hatten Aktivisten den Flughafen belagert, so dass der Flugbetrieb an zwei Tagen vorübergehend gestoppt werden musste.

Im Flugverkehr gab es zunächst keine Einschränkungen. In den Terminals waren Polizisten im Einsatz. Nach einer Flughafenblockade im August, bei der es zu Flugausfällen und gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war, dürfen Demonstranten den Flughafen nicht mehr betreten.

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Im Stadtzentrum von Hongkong waren am Samstag trotz eines Demonstrationsverbots erneut zehntausende Menschen für mehr Demokratie auf die Straße gegangen. Bei den Massenprotesten kam es zu schweren Zusammenstößen Demonstranten und der Polizei. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer mit blaugefärbten Wasser gegen Demonstranten ein, die Steine und Brandsätze warfen und Barrikaden in Brand setzten.

In Hongkong gibt es seit drei Monaten Massenproteste für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Für Samstag hatten die Organisatoren ursprünglich eine Großdemonstration angemeldet, um an den fünften Jahrestag der Regenschirm-Proteste zu erinnern, die die Finanzmetropole 2014 wochenlang lahmgelegt hatte. Die Polizei hatte die Demonstration jedoch verboten.




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